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Orthodoxer Priester nach rabiater Taufe für ein Jahr suspendiert | BR24

© dpa

Symbolbild: russisch-orthodoxe Taufe eines Säuglings

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    Orthodoxer Priester nach rabiater Taufe für ein Jahr suspendiert

    Ein Priester der russisch-orthodoxen Kirche ist für ein Jahr vom Dienst suspendiert worden. Der Grund: Bei einer Säuglingstaufe sei er besonders rabiat vorgegangen. Der Priester rechtfertigte sein Verhalten, er handhabe das seit 26 Jahren so.

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    In der vergangenen Woche hatte das St. Petersburger Online-Portal Fontanka ein Video veröffentlicht, das zeigt, wie der ein Jahr alte Junge bereits vor der Taufe laut weint. Dann nimmt ihn der Priester, taucht ihn ins Wasser, zerrt ihn aus dem Becken heraus und drückt ihn dann rabiat erneut ins Wasser. Daraufhin versucht die Mutter, ihr Kind an sich zu nehmen. Der Geistliche wehrt sich dagegen, drückt seine Hand aufs Gesicht des Täuflings und taucht ihn erneut ins Wasser.

    Kratzer an Schulter und Nacken

    "Der Junge schrie. Ich hatte Angst, rannte los", sagte die Mutter dem Portal. Ihr Kind habe Kratzer an Schulter und Nacken. Sie habe auch die Polizei eingeschaltet. Der Pfarrer erklärte demnach, der Junge habe kein Wasser geschluckt. Er diene der Kirche seit 26 Jahren - "und versuche, immer so zu taufen".

    Suspension vom Dienst

    Laut Euronews hat die Russisch-Orthodoxe Kirche inzwischen Konsequenzen gezogen: Der Priester ist für ein Jahr suspendiert, darf weder Talar noch Kreuz tragen und darf den priesterlichen Segen nicht mehr erteilen.Der Priester rechtfertigte sich, er würde dies seit 26 Jahren so machen.

    Ganzkörpertaufe

    In den orthodoxen Kirchen ist die Ganzkörpertaufe üblich. Taufe, Firmung und Erstkommunion sind in den Ostkirchen zu einer einheitlichen Feier verbunden. Der Täufling wird deshalb vollständig untergetaucht und bekommt nicht nur - wie etwa in der katholischen Kirche üblich - Weihwasser auf den Kopf. Im Anschluss an die Taufe folgen die Myronsalbung, also die Firmung, sowie die Kommunion, die auch Kleinkinder empfangen.