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Die ersten Aufnahmen aus dem Kirchenschiff
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Die ersten Aufnahmen aus dem Kirchenschiff

Es gebe eine "enorme Erleichterung" darüber, dass historische Kulturgüter, wie etwa die als Dornenkrone von Jesu Christi verehrte Hauptreliquie der Kirche, gerettet worden seien, sagte der stellvertretende Bürgermeister, Emmanuel Gregoire. Ein Notfallplan zum Schutz der Kirchenschätze sei schnell und erfolgreich umgesetzt worden.

Roboter rettet Kunstschätze

Die Sicherung der Kunstschätze sei eine große Herausforderung für die Lösch-Arbeiten gewesen, erklärte der Sprecher der Pariser Feuerwehr, Gabriel Plus. Nach dem Einsturz des Spitzturms, der sich im Zentrum des Mittelschiffs befand, seien die Löschkräfte aus dem Inneren der Kirche zurückgezogen worden. Dort musste dann ein Roboter eingesetzt werden.

Notre-Dame: Eine Schatzkammer

Bürgermeisterin Anne Hidalgo sagte, das Gros der Kunstschätze und religiösen Relikte sei aus Notre-Dame herausgeholt worden. Die Pariser Kathedrale ist eine einzige Schatzkammer. Das Altarkreuz, das Goldgewand König Ludwigs des Heiligen, Gemälde und liturgische Geräte konnten gerettet werden. In sozialen Medien postete Kulturminister Franck Riester Bilder, auf denen Menschen Kunstwerke in Lastwagen luden. Was von der Einrichtung verloren ging, ist noch nicht bekannt, ebenso der Zustand von Glasfenstern und Glocken.

Archiv: Die Orgel von Notre-Dame in Paris hat das Feuer überlebt.

Archiv: Die Orgel von Notre-Dame in Paris hat das Feuer überlebt.

Auch die Orgel hat überlebt

Die Tradition der Orgelmusik in Notre-Dame geht bis mindestens ins 14. Jahrhundert zurück. Die heutige Hauptorgel, eine der berühmtesten und größten der Welt, hat den Brand ohne massive Schäden überstanden. Sie lässt sich bis in die 1730er Jahre zurückdatieren und wurde von François Thierry gebaut. Sie verfügt über geschätzt 8.000 Pfeifen.

💡 Die Kathedrale von Notre-Dame

Die "Cathédrale Notre-Dame de Paris" zählt zu den frühesten und genialsten Zeugnissen des gotischen Kirchenbaus. Ihre Geschichte reicht bis in die Mitte des 12. Jahrhunderts zurück. Fast 200 Jahre vergingen bis zur Fertigstellung. Nicht nur ihre Größe beeindruckt: 127 Meter lang, 40 Meter breit und bis zu 33 Meter hoch. Ihr an den seitlichen Außenfassaden angebrachtes Strebewerk ist ein statischer Kunstgriff, ohne den die immer weiter in die Höhe strebenden Innenräume späterer Dombauten nicht möglich gewesen wäre.

Obwohl sich die französischen Könige traditionell in der gleichnamigen Kathedrale in Reims krönen ließen, gilt die Kirche auf der Seine-Insel Île de la Cité als eine Art Nationalkirche Frankreichs - wozu auch Victor Hugos Roman "Der Glöckner von Notre-Dame" von 1831 beigetragen hat. Er gab auch den Anstoß zur letzten grundlegenden Sanierung des Baus, der in der Französischen Revolution schwer beschädigt worden war. Zuletzt war die Kirche, die pro Jahr an die 13 Millionen Touristen anzog, auch würdiger Schauplatz mehrerer Messen für die Opfer von Terroranschlägen. (Erklärt von Michael Kubitza, BR24)

Die frühere Dombaumeisterin in Köln, Barbara Schock-Werner, äußert sich zum Brand in Paris.

Die frühere Dombaumeisterin in Köln, Barbara Schock-Werner, äußert sich zum Brand in Paris.