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Polizisten in Berlin legen Blumen an Anschlagsort

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Opferbeauftragter Beck versteht den Ärger der Angehörigen

Ein Jahr nach dem Terroranschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt hat der Opferbeauftragte Kurt Beck seinen Abschlussbericht vorgestellt. Seine Forderung: Angehörige sollen schneller informiert und höher entschädigt werden. Von Verena Schälter

Über dieses Thema berichtet: BR24 Infoblock am .

Er könne nachvollziehen, dass die Angehörigen der Opfer die staatliche Anerkennung vermisst haben, sagte Kurt Beck (SPD), Beauftragte der Bundesregierung für die Opfer und Hinterbliebenen des Berliner Weihnachtsmarktanschlags.

"Da sind einzelne Menschen betroffen, obwohl die ganze Gesellschaft gemeint war." Kurt Beck (SPD), Opferbeauftragter  

Acht Lösungsvorschläge für schnellere Hilfe

Deutschland müsse beim Umgang mit terroristischen Anschlägen noch lernen. Deswegen hat er in seinem Abschlussbericht acht Lösungsvorschläge aufgestellt. Dabei geht es vor allem um bessere und schnellere Informationen für die Angehörigen. Deshalb fordert Beck, auf Bundes- und Landesebene zentrale Anlaufstellen für Betroffene eines Terroranschlags zu schaffen.

Justizminister Maas kündigt zügige Umsetzung an

Außerdem sollen die Entschädigungen erhöht werden. Bislang bekommen Hinterbliebene maximal 10.000 Euro Härteleistungen. Damit sei Deutschland im internationalen Vergleich gerade einmal im unteren Mittelfeld. Die Opferhilfen müssen deutlich erhöht werden, so Beck.

Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) will die Vorschläge des Opferbeauftragten Beck schnell umsetzen.

"Sein Abschlussbericht enthält wichtige Änderungsvorschläge, die ich sehr begrüße. Die Bundesregierung darf die Verletzten und Hinterbliebenen eines Anschlags nicht alleine lassen. Die Vorschläge von Kurt Beck sollten zügig umgesetzt werden, um zentrale Strukturen auf Bundesebene zu schaffen." Heiko Maas, SPD, Bundesjustizminister

Außerdem sollen Gefährder schneller abgeschoben werden, fordert Maas.