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Ohne Minus vorzeitig in den Ruhestand | BR24

© dpa-Bildfunk/Jens Wolf

Rentner

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    Ohne Minus vorzeitig in den Ruhestand

    Viele Arbeitnehmer wollen in Frührente gehen - ohne Abzüge hinzunehmen. Die Deutsche Rentenversicherung verzeichnet ein gestiegenes Interesse am vorzeitigen Ruhestand. Hintergrund ist unter anderem die "Flexirente".

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    Das Interesse der deutschen Arbeitnehmer an einem vorzeitigem Ruhestand ohne Abschläge war im vergangenen Jahr unerwartet groß. So sind bei Beratern der Rentenversicherung im Zeitraum zwischen Januar und Oktober 2018 knapp 100.500 Anfragen eingegangen. Das sagte ein Sprecher der Deutschen Rentenversicherung Bund der "Süddeutschen Zeitung". Im gesamten Jahr 2017 waren es 116.000 Anfragen.

    Die Interessenten fragten, zu welchen Konditionen sie schon vor dem Erreichen der Regelsaltersgrenze abschlagsfrei in den Ruhestand gehen können.

    Ausgleichszahlungen vorab

    Der Hintergrund der Anfragen ist unter anderem das 2016 in Kraft getretene Flexirentengesetz, das lange Zeit auf wenig Interesse stieß. Es erleichtert den Versicherten, bereits mit 63 in Rente zu gehen und dabei eigentlich fällige Kürzungen zu vermeiden. Dafür kann jeder Versicherte ab dem 50. Lebensjahr vorab Ausgleichszahlungen an die Rentenkasse leisten. Vor dem Gesetz ging das frühestens mit 55 Jahren.

    Dem SZ-Bericht zufolge machten im Jahr 2017 insgesamt rund 11.600 Versicherte von vorzeitigen Ausgleichszahlungen Gebrauch. 2.000 Versicherte taten das im Jahr 2017 bereits im Alter zwischen 50 und 54 Jahren. Zahlen für 2018 liegen noch nicht vor.

    Dem Gesetz zufolge müssen Versicherte 35 Beitragsjahre nachweisen können. Neben den sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungen zählen dazu auch Zeiten der Kindererziehung und Pflege eines Familienmitglieds sowie Freiwilligen-, Wehr- und Zivildienstzeiten. Auf besonderes Interesse dürfte das "Flexirentengesetz" bei nach 1964 Geborenen stoßen. Für sie gilt eine Regelaltersgrenze von 67 Jahren.

    Im Schnitt zwei Jahre früher in den Ruhestand

    Bis jetzt geht jeder vierte Neurentner mit Abschlägen in den Ruhestand. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen im Februar hervor. Im Durchschnitt gehen die Deutschen demnach gut zwei Jahren früher in Rente.

    Frauen müssen dabei mit knapp 26 Prozent mehr Abschläge in Kauf nehmen als Männer mit 20 Prozent. Für jeden Monat, den ein Beschäftigter früher in Rente geht, muss er einen Abschlag von 0,3 Prozent hinnehmen. Pro Jahr sind es demnach 3,6 Prozent.