BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

Österreichs Kanzler Kurz besucht Kleinwalsertal | BR24

© dpa-Bildfunk

Kanzler Kurz besucht Kleinwalsertal

6
Per Mail sharen

    Österreichs Kanzler Kurz besucht Kleinwalsertal

    Am Tag der von Deutschland angekündigten Grenzöffnung zum 15. Juni besuchte der österreichische Bundeskanzler Kurz das Kleinwalsertal in Vorarlberg. Dort machte er sich ein persönliches Bild von dem isolierten Ort an der Grenze zum Allgäu.

    6
    Per Mail sharen

    Das Kleinwalsertal mit seinen rund 5.000 Einwohnern gehört zwar zu Vorarlberg, ist aber auf dem Straßenweg nur über Deutschland zu erreichen. Der Besuch im kleinen Hauptort Mittelberg an der Grenze zum Allgäu bildete den Auftakt einer Rundreise von Kanzler Sebastian Kurz durch alle neun Bundesländer. Es ist der erste auswärtige Termin, den der Regierungschef seit Beginn der Coronakrise vor über zwei Monaten wahrgenommen hat. Dieser fand nun zufällig genau am Tag der von Deutschland angekündigten Grenzöffnung zum 15. Juni statt.

    Alles Wissenswerte zum Coronavirus bei BR24

    Bröckelnde Stimmung bei den Bewohnern

    Die vergangenen Wochen nach der Grenzschließung waren für die Menschen schwierig. Sie konnten nur in die deutsche Nachbarregion fahren, um die notwendigsten Besorgungen zu erledigen. Zuletzt waren wieder Einkäufe, Besuche von Arztpraxen oder Fachwerkstätten erlaubt. Und auch die Gesundheitskontrollen auf österreichischer Seite entfielen. Doch die Situation wurde für die Bürger zunehmend belastend. "Die Stimmung bröckelt. Wir können uns nicht vorstellen, dass das so noch lange weitergeht", so Bürgermeister Andi Haid gegenüber dem BR noch kurz vor dem Besuch des Kanzlers.

    Austausch mit Interessenvertretern

    Die Hoffnungen waren also groß, als Kanzler Kurz am Grenzübergang Walserschanz vom Bürgermeister, Ortsvertretern und der Bevölkerung empfangen wurde. In der Begeisterung wurde dabei der geforderte Sicherheitsabstand nicht immer eingehalten und musste von dem Kanzler eingefordert werden. Mit an seiner Seite war auch der Vorarlberger Landeshauptmann Markus Wallner. Auch dieser hatte sich für eine Grenzöffnung besonders stark gemacht. Angesichts der vergleichbar niedrigen und rückläufigen Infektionszahlen auf beiden Seiten der Grenze sei die Öffnung nun "ein logischer Schritt", so der Vorarlberger Landeschef.

    Alle News zur Corona-Pandemie im BR24-Liveticker

    Disziplin eingefordert

    Und auch Bundeskanzler Sebastian Kurz sieht in der geplanten Grenzöffnung mit Deutschland und der Schweiz einen gemeinsamen Erfolg. "Ich freue mich, dass wir mit guten Nachrichten im Gepäck kommen", sagte dieser, für den es zugleich der erste Besuch im Kleinwalsertal war. Dazu müssten alle aber auch weiterhin diszipliniert sein, auch wenn es im Kleinwalsertal bisher keine Neuinfektionen gibt, müsse man weiterhin vorsichtig sein, damit es keinen zweiten Lockdown gebe. "Das wollen wir alle verhindern", so der Kanzler weiter.

    Nur noch sporadische Kontrollen bis zur vollständigen Grenzöffnung

    Für die Bewohner ist es ein erster Schritt in Richtung Normalität. Bereits am kommenden Wochenende werden die Grenzen insoweit geöffnet, dass die Kontrollen nur noch sporadisch stattfinden. Allerdings muss nach wie vor ein triftiger Grund für die Einreise vorliegen. Kanzler Kurz nutzte auch den Besuch, um sich aus erster Hand in kleiner Runde mit Interessenvertretern aus Tourismus und Handel über die immer noch angespannte Situation zu informieren.

    Freude auf deutsche Touristen

    Fast jeder im Tal lebt direkt oder indirekt vom Tourismus. Positiv beurteilte daher auch Bürgermeister Andi Haid die jüngsten Aussagen und Entwicklungen: "Für das Kleinwalsertal und die hier lebenden Menschen ist diese Grenzöffnung überlebensnotwendig." Das Tal freue sich bereits auf die für den Tourismus so dringend erwarteten Gäste aus Deutschland, so Bürgermeister Haid gegenüber dem BR.

    "Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!