Der neue Menschenrechtskommissar der Vereinten Nationen, Volker Türk. (Archivfoto)
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Österreicher Volker Türk wird neuer UN-Menschenrechtschef

Der österreichische Volker Türk ist am Donnerstag als neuer UN-Hochkommissar für Menschenrechte bestätigt worden. Der Jurist arbeitet seit mehr als drei Jahrzehnten für die Vereinten Nationen. Sein Start im neuen Amt wird aber nicht leicht.

Es gibt einen Nachfolger für die kürzlich aus dem Amt geschiedene UN-Menschenrechtskommissarin Michelle Bachelet: Der Österreicher Jurist Volker Türk ist am Donnerstag zum neuen UN-Hochkommissar für Menschenrechte ernannt worden. Die Vollversammlung der Vereinten Nationen folgte damit dem Vorschlag von UN-Generalsekretär António Guterres, dessen Stellvertreter der 57-jährige Türk bisher war. Die Chilenin Bachelet hatte sich nach Ende ihrer ersten Amtszeit im August nicht erneut für den Posten beworben.

Glühender Verfechter der Vereinten Nationen

Türk ist seit mehr als drei Jahrzehnten für die UNO tätig, arbeitete schon eng mit Generalsekretär Guterres zusammen, als dieser Chef des UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) war. Er zeigte sich in der Vergangenheit als glühender Verfechter der Idee der Vereinten Nationen.

Gerade in Zeiten großer Krisen wie dem russischen Angriffskrieg in der Ukraine sei die internationale Zusammenarbeit so wichtig wie nie zuvor. "Aus der Sicht der Vereinten Nationen halten wir nicht sehr viel davon, wenn man so Slogans hört: America first!, Europe first!, China first!, oder ich weiß nicht, irgendein anderer Kontinent first!", sagte er erst im Juni im ARD-Interview.

China: UNO sei "Komplize der USA und des Westens"

Für Türk bleibt jedoch wenig Zeit zur Einarbeitung: Seine Vorgängerin veröffentlichte in den letzten Minuten ihrer Amtszeit einen brisanten Bericht, in dem sie China eklatante Menschenrechtsverletzungen an der chinesischen Minderheit der Uiguren vorwirft. Das Land wies die Anschuldigungen zurück und beschuldigte die UNO, ein "Komplize der USA und des Westens" zu sein. Michelle Bachelet hinterlässt ihrem Nachfolger damit kein leichtes Erbe, denn jetzt muss Türk ihren Bericht gegen die heftige Gegenwehr Chinas verteidigen.

Mit Material der dpa und AFP.

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