BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

NEU

Österreich will Skiurlaub ohne Après-Ski in der Corona-Krise | BR24

© picture-alliance / Roland Mühlanger

Après-Ski in Ischgl

23
Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Österreich will Skiurlaub ohne Après-Ski in der Corona-Krise

Ein zweites Ischgl soll es in diesem Winter nicht geben: Österreich untersagt in allen Skigebieten Après-Ski-Parties in der bisherigen Form. "Ski-Vergnügen ja, aber ohne Après-Ski", sagte Kanzler Kurz.

23
Per Mail sharen

Ischgl ist zum Synonym für Corona-Superspread-Locations geworden. Tausende Skitouristen hatten sich im Februar und März bei Après-Ski-Parties mit Corona infiziert und das Virus quer durch Europa getragen. Um das in der kommenden Skisaison zu verhindern, hat die Österreichische Regierung strenge Regeln für das Après-Ski erlassen.

So dürfen Essen und Getränke nur noch im Sitzen konsumiert werden – auch im Freien. "Ski-Vergnügen ja, aber ohne Après-Ski", fasste Kanzler Sebastian Kurz zusammen.

Viele Menschen wollten noch immer nicht wahrhaben, "dass die Infektionszahlen zu hoch sind", sagte Kurz: "Wir müssen das Wachstum stoppen." Es gehe nicht nur um die Gesundheit der Bevölkerung, sondern auch um die Arbeitsplätze. Der Tourismus sei "'Teil unserer Identität", sagte der Regierungschef.

Die Après-Ski-Regeln sind Teil eines Gesamtkonzepts für den Ski-Tourismus. So sei in Seilbahnen ein Abstand von einem Meter und Maskenpflicht vorgeschrieben, Skischulen sollten höchstens zehn Schüler pro Gruppe haben und die Durchmischung zwischen Gruppen verhindern, kündigte Tourismusministerin Elisabeth Köstinger an. Zudem wird die Sperrstunde in Vorarlberg, Tirol und Salzburg auf 22.00 Uhr vorverlegt. Bundesweit müssen die Lokale derzeit um ein Uhr Nachts schließen.

Tirol begrüßt Après-Ski-Absage

Der Tourismus ist für Österreich eine wichtige Einnahmequelle, er macht 15 Prozent des Bruttoinlandsprodukts des Landes aus und sorgt für Hunderttausende Arbeitsplätze. Pro Wintersaison werden mehr als 59 Millionen Übernachtungen verzeichnet. Insbesondere in den westlichen Bundesländern wie Vorarlberg und Tirol hat der Fremdenverkehr einen hohen Stellenwert. Ziel sei es daher, einen sicheren Wintertourismus zu ermöglichen, sagte Kurz.

Tirols Landeschef Günther Platter begrüßte die Regeln. Après-Ski mache nur drei Prozent der Wertschöpfung im Wintertourismus seines Bundeslands aus.

Corona-Tests für Skilehrer

Außerdem sollen sich auch Skilehrer und Reisebegleiter zusätzlich zu Hotelmitarbeitern regelmäßig auf das Coronavirus testen lassen.

Erkrankt im Skiurlaub: Erste Klagen eingereicht

Österreichs Skiorte - vor allem Ischgl - waren im vergangenen Winter ein Corona-Hotspot. Tausende Urlauber steckten sich an. Den Behörden wird vorgeworfen, zu spät auf erste Anzeichen des Corona-Ausbruchs reagiert und damit der Ausbreitung in ganz Europa und darüber hinaus Vorschub geleistet zu haben. Am Mittwoch wurden in Österreich deshalb die ersten Musterklagen eingereicht.

Nach Angaben des österreichischen Verbraucherschutzvereins (VSV) meldeten sich nach einem Aufruf rund 6.000 Menschen aus 45 Staaten, weil sie sich nach eigenen Angaben während des Skiurlaubs in Ischgl mit dem Coronavirus infiziert hatten.

Vorarlberg und Wien sind derzeit Corona-Risikogebiete

Zuletzt wurden in Österreich 832 Neuinfektionen registriert. Mehr als die Hälfte davon in der Hauptstadt Wien. 463 Personen befinden sich aufgrund des Corona-Virus im Krankenhaus, davon 78 auf Intensivstationen.

Das deutsche Robert-Koch-Institut hat angesichts der hohen Infektionszahlen nun auch Vorarlberg auf seine Liste der Risikogebiete gesetzt. Vor Reisen nach Wien warnte das Auswärtige Amt bereits in der Vorwoche. Einreisende aus Risikogebieten müssen sich 48 Stunden vor oder nach der Einreise auf Corona testen lassen.

© BR

Skifahren ja, Après-Ski nein - das verkündete Österreichs Bundeskanzler Kurz (ÖVP) heute. In Zeiten der Corona-Pandemie sei die Ansteckungsgefahr beim Feiern einfach zu hoch.

"Darüber spricht Bayern": Der BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!