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Österreich steht vor zweitem Corona-Lockdown | BR24

© dpa-Bildfunk/Herbert Neubauer

Der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) will am Samstag über die neuen Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie informieren.

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    Österreich steht vor zweitem Corona-Lockdown

    Wegen weiter steigender Corona-Zahlen auch nach anderthalb Wochen Teil-Lockdown plant Österreich erneut einen strengen Lockdown wie im Frühjahr. Das meldet unter anderen der ORF und zitiert aus dem Entwurf der "Covid-19-Notsituationsverordnung".

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    • BR24 Redaktion

    Die geltenden Corona-Maßnahmen in Österreich sollen verschärft werden. Was das bedeutet, will die Bundesregierung um Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Nachmittag verkünden. Bereits am Vormittag sind Details aus dem Entwurf der neuen Verordnung bekannt geworden. Ab Dienstag soll demnach der zweite komplette Lockdown gelten – ähnlich dem im Frühjahr. Gelten sollen die neuen Regeln bis zum 6. Dezember.

    Das bedeutet: Die derzeit geltenden Ausgangsbeschränkungen in der Nacht werden auch tagsüber gelten. Das Verlassen des privaten Wohnbereichs ist dann nur noch aus bestimmten Gründen zulässig. Neben Haushaltsangehörigen dürfen nur noch "einzelne engste" Angehörige bzw. "einzelne wichtige Bezugspersonen" getroffen werden. Erneut müssen laut dem Entwurf Geschäfte schließen, außer Lebensmittelläden, Drogerien, Apotheken und Trafiken (Tabakläden). Auch Banken und Postfilialen sollen geöffnet bleiben.

    Schließen Schulen und Kindergärten?

    Was die verschärften Corona-Schutzmaßnahmen in Österreich für Schulen bedeutet, soll in einer eigenen Verordnung des österreichischen Bildungsministeriums geregelt werden. Dieser Entwurf liegt zwar noch nicht vor, es soll aber schon fix sein, dass alle Schulen ebenfalls bis inklusive 6. Dezember auf Fernunterricht umstellen und es nur für den Notfall eine Betreuung (und keinen Unterricht) in den Schulen geben wird, meldet der ORF. Auch die Kindergärten dürften großteils schließen.

    Derzeit gilt Teil-Lockdown

    Schon jetzt befindet sich die Alpenrepublik in einem Teil-Lockdown. Gastronomie, Tourismus, Kulturbetrieb und Freizeiteinrichtungen sind zum allergrößten Teil geschlossen. Der Handel, Dienstleister und Schulen mit Ausnahme der Oberstufe blieben zunächst geöffnet - "vorerst", wie Kurz damals betont hatte. Zudem gelten Ausgangsbeschränkungen von 20 bis 6 Uhr, die das Verlassen des "eigenen privaten Wohnraums" nur etwa für Grundbedürfnisse sowie zur Erholung im Freien zulassen.

    Höchstwert bei den Corona-Neuinfektionen

    Trotz dieses Teil-Lockdowns, der seit 3. November gilt, sind die Corona-Zahlen weiter gestiegen. Am Freitag erreichte die Zahl der gemeldeten Ansteckungen einen Höchstwert von 9.586 binnen 24 Stunden. Der Schnitt in den vergangenen sieben Tagen liegt österreichweit bei 554,2 Fällen pro 100.000 Einwohner, regional aber bei bis zu 850.

    Seit Donnerstag wurden 53 neue Todesfälle gezählt. 3.922 Covid-19-Erkrankte lagen im Krankenhaus, 567 von ihnen auf Intensivstationen - ein zunehmend kritischer Wert für das österreichische Gesundheitssystem.

    In ersten Regionen kommen Intensivstationen an ihre Grenzen

    Die Corona-Kommission der Regierung empfahl nach einer Beratung am Donnerstagabend, weitere Maßnahmen zu treffen, um einen Zusammenbruch des Gesundheitssystems zu verhindern.

    In den aktuell am stärksten betroffenen Ländern Vorarlberg und Oberösterreich kommen Intensivstationen schon an ihre Grenzen. Von den Vorarlberger Krankenhäusern hieß es am Freitag, man konzentriere sich nur noch auf Notfallmedizin und die Versorgung von Covid-19-Patienten, eine Triage - Auswahl von Patienten - in den kommenden Tagen sei nicht auszuschließen. Von 63 Intensivbetten seien 46 belegt, 35 davon mit Covid-19-Patienten. Auch andere Teile Österreichs verschieben mittlerweile nicht unbedingt nötige oder dringende Operationen.

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