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Österreich vor der Wahl: Die Grünen im Aufwind | BR24

© BR/Clemens Verenkotte

Österreichs Grüne ziehen laut Umfragen nach zwei Jahren wieder ins Parlament ein: Sie können mit zehn bis 12 Prozent der Stimmen rechnen. Ihre Themen sind in den Augen vieler Wähler wichtig: Klimaschutz, Energiepolitik, Nachhaltigkeit.

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Österreich vor der Wahl: Die Grünen im Aufwind

Österreichs Grüne ziehen laut Umfragen nach zwei Jahren wieder ins Parlament ein: Sie können mit zehn bis zwölf Prozent der Stimmen rechnen. Ihre Themen sind in den Augen vieler Wähler sehr wichtig: Klimaschutz, Energiepolitik, Nachhaltigkeit.

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Landesweit haben die Grünen sehr große Chancen, wieder in den Nationalrat einzuziehen, nach ihrem unerwarteten Scheitern an der vier Prozent-Hürde vor zwei Jahren: Damals dominierten Sebastian Kurz mit seiner Volkspartei und die FPÖ mit dem nahezu omnipräsenten Thema "Flüchtlingspolitik und Migration". Heute dagegen wollen viele Wahlberechtigte von den Parteien wissen, wie sie es mit dem Klimaschutz und der Eindämmung der Erderwärmung halten.

Für den Kärntener Biobauern und grünen Spitzenkandidaten des Wahlkreises St. Veit, Völkermarkt und Wolfsberg, ist diese Situation viel komfortabler.

"Beim letzten Wahlkampf hatte wirklich das eine Thema alles überlagert und auch als Grüner ist man sich vorgekommen: Es ist egal, was man sagt, man kommt immer wieder zu dem einen Thema zurück, beziehungsweise: Man kann fast gar nichts mehr richtig machen." Reinhard Stückler, Spitzenkandidat der Grünen im Wahlkreis St. Veit, Völkermarkt und Wolfsberg

Umfragen sagen für Grüne 10 bis 12 Prozent voraus

Mitverantwortlich für das Comeback der österreichischen Grünen ist ihr Parteichef Werner Kogler. Der 57-jährige Volkswirt gehört zum politischen Urgestein, saß bis 2017 fast 20 Jahre im Nationalrat und übernahm nach dem politischen Aus im Parlament den Vorsitz der desillusionierten Grünen. Jetzt werden den Grünen zwischen zehn bis zwölf Prozent der Stimmen vorhergesagt.

"Diese Chance haben wir. Die wollen wir nutzen und dazu gibt es natürlich ein breites Themensetting, ähnlich wie bei den deutschen Grünen. Der Robert Habeck ist ja ständig mit uns in Kontakt. Und wir fokussieren nun auf Naturschutz, Umwelt und Klimaschutz. Und dann, was in Österreich ja leider ein anderes Thema ist, aber ein notwendiges: Korruptionsfreiheit anstreben." Werner Kogler, Parteichef der Grünen

Spekulationen zu Koalitionen? Lieber nicht!

Der Kärntner Grüne Reinhard Stückler stützt seinen Parteichef Werner Kogler. Er sei seit Jahren ein Aufdecker. Stückler hält, wie auch Kogler, nicht viel von Koalitions-Spekulationen. Schwarz-Grün? Gespräche gab es schon einmal, nach der Wahl 2002, geführt zwischen dem damaligen ÖVP-Kanzler Schüssel und dem damaligen Grünen Alexander Van der Bellen, dem heutigen Bundespräsidenten. Damals scheiterten die Sondierungsgespräche.

Stückler ist vor allem wichtig, dass sich in der österreichischen Klimapolitik etwas verändert.

"Und das kann man eben am besten, wenn man in der Regierung ist. Also: Verhandlungen auf jeden Fall, in jede Richtung und es muss dann halt ein inhaltlicher Unterschied zu merken sein, ob jetzt grün in der Regierung ist oder nicht." Reinhard Stückler, Spitzenkandidat der Grünen im Wahlkreis St. Veit, Völkermarkt und Wolfsberg

Dieser Artikel ist Teil einer Serie, die sich vor den Wahlen in Österreich am 29. September, mit den Parteien befasst.