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Österreich verlängert Lockdown um mindestens zwei Wochen | BR24

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Bildrechte: dpa-Bildfunk/Ronald Zak

Österreich hat angesichts der Furcht vor einer unkontrollierten Ausbreitung einer Mutation des Coronavirus eine Verlängerung des Lockdowns beschlossen. Kanzler Kurz kündigte verschärfte Abstandsregeln an. FFP2-Masken werden zur Pflicht.

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Österreich verlängert Lockdown um mindestens zwei Wochen

In Österreich wird der Lockdown vorerst um zwei Wochen bis zum 7. Februar verlängert. Danach könnte es erste Lockerungen geben, teilt die Regierung in einer Pressekonferenz mit. Handel und Museen dürften dann unter strengen Auflagen wieder öffnen.

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Von
  • BR24 Redaktion
  • Nora Reinhardt

Österreich verlängert den Corona-Lockdown um weitere zwei Wochen. Bundeskanzler Sebastian Kurz begründete dies am Sonntag in Wien damit, dass Mutationen des Virus nun auch in Österreich angekommen seien. Die Lage habe sich nochmals deutlich verschärft. Ziel sei nun, vom 8. Februar an Handel und Museen unter strengen Sicherheitsvorkehrungen wieder zu öffnen. Allerdings müssten die täglich gemeldeten Neuinfektionen deutlich sinken, sagte Kurz. So lange blieben Ausgangsbeschränkungen in Kraft und Schulen im Fernunterricht.

"Wir sind uns bewusst, dass für viele Unternehmer, für Eltern, für Kinder, für uns alle, das ein düsterer Ausblick auf die nächsten Wochen ist", sagte Kanzler Sebastian Kurz. Aber niemand habe etwas davon, wenn man nun aufsperre und dann - etwa wie in Südtirol - nach nur wenigen Tagen aufgrund der hohen Infektionszahlen wieder zusperre.

Verschärfung des Abstands auf 2 Meter

Zudem wird der Sicherheitsabstand, den Menschen in Österreich einhalten sollen, von einem auf zwei Meter ausgedehnt. In Geschäften und öffentlichen Verkehrsmitteln müssen nun - wie in Bayern - FFP2-Masken getragen werden. Darüber hinaus appellierte die Regierung an Firmen, Beschäftigte möglichst von zu Hause arbeiten zu lassen. Man befinde sich in einem "Wettlauf Impfung gegen Virus", formulierte es Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer in der Pressekonferenz.

Ursprünglich waren Lockerungen zum 25. Januar geplant. Aufgrund der neuen, in Großbritannien entdeckten Virus-Mutation hatten Experten jedoch davor gewarnt, zu früh zu öffnen. Die hoch ansteckende Virus-Variante B.1.1.7 sei ersten Erkenntnissen bereits relativ stark in Österreich verbreitet. Bei Beratungen der Regierung von Bundeskanzler Sebastian Kurz mit Vertretern der Bundesländer und Sozialpartnern hatten Experten eindringlich davor gewarnt, die derzeit geltenden Beschränkungen zu lockern. Die in England grassierende, offenbar deutlich ansteckendere Virus-Variante ist mittlerweile vermutlich auch in Österreich aufgetreten. Bereits bestätigte Fälle in der Steiermark und erste Untersuchungsergebnisse einer Wiener Stichprobe nährten demnach die Vermutung, dass sich die Mutation bereits im Land verbreite.

Österreich führt teilweise FFP2-Maskenpflicht ein

Ab dem 25. Januar gilt eine FFP2-Maskenpflicht im Handel. Die FFP2-Masken werden im Supermarkt zum "geringen Selbstkostenpreis" angeboten werden, so Österreichs Gesundheitsminister Rudolf Anschober. Bedürftige Personen bekämen die Masken kostenlos.

In Österreich war Anfang November ein Lockdown "light" in Kraft getreten, seit dem 26. Dezember gelten strengere Regeln wie Ausgangsbeschränkungen rund um die Uhr und Distanzunterricht. Gegen die Restriktionen hatten am Samstag in Wien etwa 10.000 Menschen protestiert. Die meisten Demonstranten trugen keinen Mund-Nasen-Schutz und missachteten die Abstandsregeln.

Auch in Deutschland wird angesichts anhaltend hoher Fallzahlen und der Gefahr durch ansteckendere Virusmutationen über strengere Corona-Restriktionen diskutiert. Über das weitere Vorgehen wollen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder am Dienstag beraten.

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