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Mitarbeiter eines Impfzentrums bereiten Spritzen für die Impfung gegen Corona vor.

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    Überblick: Wie läuft die Corona-Impfung in anderen Ländern?

    In Deutschland geht die Impfkampagne nur langsam voran, aus Israel dagegen gibt es erste Videos und Bilder von Menschen, die wieder in Bars und Kinos dürfen. Ein Überblick, wie die Länder dieser Welt gegen das Coronavirus impfen.

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    Von
    • Ines Schneider

    Seit Ende letzten Jahres die ersten Corona-Impfstoffe zugelassen wurden, impfen die Länder weltweit in verschiedenem Tempo. Zwar sind in der Regel immer die Hochbetagten diejenigen, die bei Impfungen priorisiert werden sollen. Doch Lieferengpässe, Corona-Mutanten oder Zulassungschaos bei Impfstoffen wirbeln die Impfreihenfolge und -geschwindigkeit immer wieder durcheinander.

    Corona-Impfung: So sieht es in anderen Ländern aus

    In Deutschland geht die Impfkampagne eher schleppend voran, während in anderen Ländern der Alltag - zumindest momentan - fast schon zurückgekehrt ist. Ein Überblick über die verschiedenen Impfstrategien.

    Österreich:

    In Österreich gab es entgegen der üblichen Reihenfolge von Hochbetagten und Gesundheitspersonal im Tiroler Bezirk Schwaz Mitte März innerhalb von wenigen Tagen eine Massenimpfung unter allen Einwohnern. Damit sollte die ansteckendere Südafrika-Variante des Coronavirus bekämpft werden. Außerdem wurde in Österreich bereits im Februar damit begonnen, Lehrkräfte und Kindergarten-Personal zu impfen. Das liegt daran, dass der Impfstoff von Astrazeneca erst Anfang März für Menschen über 65 empfohlen wurde und daher zuerst für jüngere Gruppen verwendet wurde.

    Frankreich:

    Wie Deutschland setzt auch Frankreich darauf, zuerst die Ältesten und Schwächsten zu impfen. Das Land hat sich aber durchaus flexibel gezeigt und die Reihenfolge der Impfberechtigten regelmäßig angepasst. So wurden Impfungen schnell auch für das Gesundheitspersonal freigegeben. Auch Menschen über 50 Jahre mit Vorerkrankungen sind impfberechtigt - und auch in Hausarztpraxen wird geimpft.

    Italien:

    Die Regierung unter Mario Draghi hat jüngst ihren Plan für die Impfkampagne nachgebessert. Bis September diesen Jahres sollen mehr als 80 Prozent der Bevölkerung geimpft sein. Zudem hat vor kurzem ein vom Militär betriebener Impf-Drive-In in Mailand eröffnet. Die Regierung will auch an weiteren Punkten wie Sporteinrichtungen oder Schulen Impfungen anbieten.

    Niederlande:

    Die Niederlande haben als letztes Land der EU mit dem Impfen begonnen. Inzwischen wurde deutlich aufgeholt. Und eigentlich gilt ein strenger Fahrplan: Zuerst sollen Risikogruppen wie Ältere und chronisch Kranke geimpft werden. Aber dazwischen wurden immer wieder andere Gruppen wie zum Beispiel Personal von Krankenhäusern und Hausärzte geschoben. Inzwischen wurden auch Menschen mit extremem Übergewicht vorgezogen.

    Dänemark:

    Im europäischen Vergleich hat Dänemark bislang so viele Impfungen verabreicht wie kaum ein anderes Land. Bereits bis Anfang April sollen die wichtigsten Gruppen geimpft worden sein. Kurzum hat Dänemark zwei Prämissen bei der Impfkampagne ausgegeben: Diejenigen mit dem größten Risiko für eine ernsthafte Erkrankung zuerst, und so viele Menschen wie möglich in möglichst kurzer Zeit.

    Tschechien:

    Die Impfkampagne in Deutschlands Nachbarland ist nur schleppend angelaufen. Derzeit können sich alle Menschen über 70 Jahren online für einen Termin registrieren. Doch sind einige Fälle von Politikern, Funktionären und Prominenten bekanntgeworden, die bereits außer der Reihe geimpft wurden. Polizisten, Feuerwehrleuten und Lehrkräften wurde inzwischen ganz offiziell Priorität eingeräumt.

    Großbritannien:

    Im Vereinigten Königreich wird hauptsächlich nach Altersgruppen geimpft. Es haben bislang mehr als 25 Millionen Menschen eine erste Impfung gegen das Coronavirus erhalten. Das ist fast die Hälfte der erwachsenen Bevölkerung. Mittlerweile sind auch alle über 50-Jährigen aufgerufen, sich impfen zu lassen. Damit liegt die Regierung deutlich vor dem eigenen Zeitplan, dieser Altersgruppe bis Mitte April eine erste Dosis anzubieten. Bis Ende Juli sollen alle Erwachsenen die Möglichkeit haben.

    Israel:

    In dem kleinen Land gab es zwar eine klare Impfreihenfolge, diese wurde jedoch nicht sehr streng eingehalten. Wenn es übrige Impfdosen gab, wurden diese häufig an jeden vergeben, der gerade bereit war. Israel gilt mit seiner Impfkampagne als Paradebeispiel für Flexibilität, es wurde mit mobilen Einheiten, Impf-Drive-Ins, am Arbeitsplatz oder in Bars geimpft.

    Russland:

    In dem flächenmäßig größten Land der Erde darf sich mittlerweile so gut wie jeder impfen lassen. In der Hauptstadt Moskau klappt das teilweise sogar ohne Voranmeldung. Das Problem in Russland ist ein anderes: Laut Umfragen wollen sich viele Russen gar nicht mit dem landeseigenen Präparat Sputnik V impfen lassen.

    Vereinigte Arabische Emirate:

    Hier haben inzwischen gut die Hälfte der rund zehn Millionen Einwohner eine Impfung erhalten. Priorisiert werden ältere und chronisch kranke Menschen - in diesen Gruppen sind wohl bereits 70 Prozent geimpft worden. Neben den Staatsbürgern können sich auch ausländische Arbeitsmigranten impfen lassen.

    Brasilien:

    Das größte Land Südamerikas gilt mittlerweile als globaler Hotspot der Corona-Pandemie. Hier grassiert eine aggressive und hochansteckende Mutante. Das Gesundheitssystem ist einem Zusammenbruch nahe. Zudem hat das Land mit dem Rechtspopulisten Jair Bolsonaro einen Präsidenten, der das Coronavirus verharmlost und inzwischen auch eine Impfung in Zweifel zieht - und den Kauf oder die Produktion von Impfstoffen torpediert. So hat die landesweite Impfkampagne erst im Januar begonnen und musste immer unterbrochen werden, weil Impfstoff fehlte.

    Mexiko:

    Als erstes Land Lateinamerikas hatte Mexiko seine Impfkampagne an Heiligabend begonnen. Fast drei Monate später sind aber erst rund 4,5 Millionen Dosen verabreicht und gut 600tausend Menschen vollständig geimpft worden. Viele reiche Mexikaner reisen in die USA, um sich dort impfen zu lassen.

    USA:

    Die Regierung von US-Präsident Joe Biden hat versprochen, bis Ende Mai genügend Impfstoff für alle rund 260 Millionen Erwachsenen in den Vereinigten Staaten zu haben. Zuerst kommen medizinische Angestellte und Menschen in Pflegeheimen dran, dann die wichtigsten systemrelevanten Arbeiter und Menschen über 75, es folgen jüngere Senioren und Kranke. Biden kündigte jedoch an, er werde die Bundesstaaten anweisen, die Impfstoffe bis spätestens 1. Mai für alle Erwachsenen freigeben zu lassen.

    Südkorea:

    Südkorea hat erst Ende Februar mit dem Impfen begonnen. Bis Ende März wurden knapp 680.000 Menschen in dem Land mit etwa 51,3 Millionen Einwohnern geimpft. Wie in anderen Ländern auch haben zunächst bestimmte Berufsgruppen wie Pflegepersonal und Ärzte sowie ältere Menschen Vorrang. Bis November will Südkorea mit einer Impfquote von 70 Prozent "Herdenimmunität" erreichen.

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