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Österreich prüft technische Hilfe für Mazedonien | BR24

© picture-alliance/dpa; Marija Kanizaj

Österreichs Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil bei einem Besuch an der österreichisch-slowenischen Grenze

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    Österreich prüft technische Hilfe für Mazedonien

    Österreichs Regierung will die sogenannte Balkan-Route dauerhaft geschlossen halten: In Wien wird nun geprüft, Mazedonien dazu mit Gerät zu beliefern. Gleichzeitig befürchtet man die Entstehung von Ausweichrouten und will auch dem steuern.

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    Der Wiener Verteidigungsminster Hans Peter Doskozil lobte gegenüber der Hamburger Zeitung "Die Welt", dass Mazedonien mit seiner Grenzsicherung "enorm viel für die gesamte Europäische Union" leiste und daher von der EU auch stärker finanziell unterstützt werden sollte. In seinem Haus werde aktuell geprüft, ob man mit technischen Geräten helfen könne, beispielsweise mit Nachtsichtgeräten.

    Doskozil warnte derweil vor der Entstehung von Ausweichrouten:
    "Die illegale Migration wird sich fortsetzen, nicht zuletzt deshalb, weil es ein Milliardengeschäft für die kriminellen Schlepperorganisationen ist." Österreichs Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil

    Als möglichen betroffenen Staat nannte der sozialdemokratische Politiker Bulgarien, wo sich auf türkischer Seite im Grenzraum aktuell 400.000 bis 500.000 Migrantinnen und Migranten aufhielten. 

    Neue Lage seit Österreichs Beschluss vom Februar

    Österreich hatte im Februar verkündet, täglich nur noch 80 Asylbewerber selbst aufzunehmen und maximal 3.200 nach Deutschland durchzuleiten. Damit löste es eine Kettenreaktion in Richtung Südosten aus, die zur Schließung der Grenze zwischen den Schengen-Staaten Mazedonien und Griechenland führte. Im griechischen Idomeni sitzen seither tausende Menschen fest. 

    Die EU-Außengrenze Bulgariens zur Türkei ist durch einen Zaun bewehrt. Athen hat die Schaffung von migrationspolitischer Fakten ohne EU-Beschluss durch die Wiener Regierung wiederholt scharf kritisiert. In Deutschland ebbte die Flüchtlingswelle dadurch spürbar ab.