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Nach sechs Wochen Lockdown öffnen in Österreich die Geschäfte wieder. Es gelten allerdings verschärfte Hygienemaßnahmen.

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Österreich: Handel hat wieder komplett geöffnet

Nach sechs Wochen hartem Lockdown hat in Österreich der Handel wieder geöffnet. Geschäfte verkaufen Teile ihres Sortiments mit hohen Preisnachlässen. Auch Friseurbesuche sind wieder möglich. Doch es gibt an der Lockerung auch Kritik.

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Von
  • Clemens Verenkotte
  • BR24 Redaktion

Schon vor der regulären Öffnungszeit um 10 Uhr hat Sabrina Putz ihr Textilgeschäft "Modapiu" aufgeschlossen. Die vergangenen sechs Wochen habe sich das Unternehmen im 13. Wiener Bezirk mit einem Online-Shop über Wasser gehalten: Die Kleidung sei zum Anprobieren nach Hause geliefert worden, erzählt Putz. Denn als ein Familienunternehmen müsse man den Kunden im Gedächtnis bleiben. "Wir sind jetzt wirklich froh, dass wir offen haben."

Nur zwei Kunden und FFP2-Masken

Nur jeweils zwei Kunden können gleichzeitig in ihren Laden und sie müssen FFP2-Masken tragen – so lauten die Auflagen, die 20 Quadratmeter Verkaufsfläche pro Kunde vorschreiben und im gesamten Handel gelten.

Das kleine Modegeschäft setzt die Preise für Wintermäntel, Kleider und Blusen deutlich nach unten: "Wir machen jetzt minus 50 Prozent. Das gab es bei uns noch nie", sagt Putz. Bei diesen Preisnachlässen hätten die Kunden die Möglichkeit, ein Schnäppchen zu erwischen.

Österreichischer Handelsverband: "massive Rabatte"

Von "massiven Rabatten" spricht auch der österreichische Handelsverband. Viele Geschäfte müssten Teile ihres Sortiments mit hohen Preisnachlässen verkaufen.

Für Spezialwarenläden wie die Gitarrenwerkstatt "Gold 'n' Guitars" von Michael Eipeldauer in Wien, waren die Lockdown-Wochen sehr belastend: "Mein Umsatz war praktisch null", erklärt Eipeldauer. "Ich habe ein paar schöne Reparaturen gehabt und dadurch auch die Ruhe gehabt. Aber geschäftlich war es ein Desaster."

Negativer Corona-Test bei Friseurbesuch

In Friseurgeschäften müssen Kunden nicht nur FFP2-Masken tragen, sondern auch einen negativen Corona-Test zur Hand haben, der nicht älter als 48 Stunden sein darf. In vielen österreichischen Städten und Kommunen werden kostenlose Tests angeboten, in Wien gibt es heute einen regelrechten "Run" auf die Corona-Teststraßen. Die FFP2-Masken werden in Supermärkten zum Selbstkostenpreis von 5,59 Euro für zehn Stück verkauft.

Umstritten ist unverändert die Entscheidung der Regierung, den Handel, bestimmte Dienstleistungen und die Schulen unter Hygiene-Auflagen wieder zu öffnen. Angesichts hoher Infektions- und niedriger Impfzahlen sei das Öffnen ein "großes Risiko", meint SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner. Die 7-Tage-Inzidenz in Österreich liegt derzeit bei 107 und ist seit drei Wochen nahezu unverändert.

Reisewarnung für Tirol

Unterdessen hat die österreichische Regierung für das Bundesland Tirol aufgrund der als brisant eingeschätzten Corona-Lage ab sofort eine Reisewarnung verhängt. Das erklärte die Bundesregierung in Wien. In Tirol war zuletzt vermehrt die ansteckendere Südafrika-Variante des Coronavirus aufgetreten.

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Bayerns Gesundheitsminister Holetschek hält Lockerungen nur bei entsprechender Inzidenz für möglich. Der Gesundheitsschutz habe weiter eine sehr große Bedeutung.

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