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Österreich beschließt Verbot von Glyphosat | BR24

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Als erstes EU-Land hat Österreich ein Verbot des Unkrautvernichters Glyphosat beschlossen. Der nationale Alleingang ist jedoch rechtlich umstritten.

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Österreich beschließt Verbot von Glyphosat

Als erstes EU-Land hat Österreich ein Verbot des Unkrautvernichters Glyphosat beschlossen. Der nationale Alleingang ist jedoch rechtlich umstritten. Nichts desto trotz ist auch der Bayerische Gemeindetag für ein Verbot.

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Österreich hat als erstes Land in der EU den Einsatz des umstrittenen Unkrautvernichters Glyphosat verboten. Der Nationalrat stimmte mehrheitlich einem Antrag der SPÖ zu.

Das Verbot könnte jedoch EU-Recht widersprechen, da die EU-Pflanzenschutzverordnung Glyphosat noch bis Ende 2022 erlaubt. Die einzelnen Mitgliedsländer können nur in absoluten Ausnahmefällen ein Verbot von zugelassenen Wirkstoffen verhängen. Dennoch sprach die Umweltschutzorganisation Greenpeace von einem "historischen Meilenstein".

Glyphosat steht im Verdacht, krebserregend zu sein

Der Wirkstoff Glyphosat wurde von der heutigen Bayer-Tochter Monsanto als Herbizid auf den Markt gebracht. In Nordamerika wurde das Mittel seit den 1970er Jahren unter dem Markennamen Roundup vertrieben.

Der Wirkstoff ist hochumstritten. Eine Unterbehörde der Weltgesundheitsorganisation (WHO) stufte Glyphosat 2015 als "wahrscheinlich krebserregend" ein. Andere Behörden und Studien kamen zum Schluss, dass Glyphosat bei sachgemäßer Handhabung sicher sei.

Der Bayer-Konzern sieht sich in den USA mit einer Klagewelle wegen möglicher Gesundheitsschäden durch Glyphosat konfrontiert. Seit Auslaufen des Patentschutzes wird Glyphosat auch in den Mitteln zahlreicher anderer Anbieter eingesetzt.

Glyphosat war bislang in keinem Land verboten

Bisher war der Einsatz von Glyphosat in keinem Land der Welt verboten. Vietnam hat dies unlängst zwar beschlossen, dort dürfen aber noch Restbestände verbraucht werden. Zwischenzeitlich gab es ein Verbot in Sri Lanka, die Regierung steuerte aber um.

Die deutsche Bundesregierung will voraussichtlich im September ein Konzept zum Umgang mit Glyphosat präsentieren. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) bekannte sich jüngst ausdrücklich zu dem im Koalitionsvertrag vereinbarten Ausstieg: "Wir werden dahin kommen, dass es eines Tages keinen Glyphosat-Einsatz mehr gibt.»"

Bayerischer Gemeindetag für ein Verbot

Der Bayerische Gemeindetag fordert die Bayerische Staatsregierung auf, die Verwendung von Glyphosat in Unkrautvernichtungsmitteln zu verbieten.

"Auch wenn sich die Experten untereinander streiten: das potentiell giftige Zeug gehört nicht auf Bayerns Grünflächen, Äcker und Felder. Die Verwendung sollte verboten werden. Österreich hat es vorgemacht, Bayern sollte nachziehen." Gemeindetagspräsident Uwe Brandl