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Österreich: 10.000 Menschen demonstrieren gegen Corona-Maßnahmen | BR24

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Bildrechte: dpa-Bildfunk/Georg Hochmuth

In Wien haben rund 10.000 Menschen gegen die aktuellen Corona-Maßnahmen der österreichischen Regierung demonstriert.

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Österreich: 10.000 Menschen demonstrieren gegen Corona-Maßnahmen

Tausende Menschen haben in der österreichischen Hauptstadt Wien gegen die Corona-Maßnahmen protestiert. Sie forderten ein Ende der Einschränkungen und den Rücktritt der Regierung von Kanzler Kurz. Die meisten von ihnen trugen keinen Mund-Nasen-Schutz

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  • BR24 Redaktion

Rund 10.000 Menschen haben in Wien gegen die Corona-Maßnahmen der österreichischen Regierung protestiert. Die Demonstranten beklagten die derzeitigen Einschränkungen und forderten den Rücktritt der Regierung von Kanzler Sebastian Kurz. In Österreich gilt noch bis zum 24. Januar ein harter Lockdown. Bislang starben nach Angaben der Behörden landesweit rund 7.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus.

Auch Ex-Vizekanzler Strache unter Demonstranten

Die meisten Teilnehmer der Kundgebung, unter ihnen der frühere Vizekanzler Heinz-Christian Strache, trugen keinen Mund-Nasen-Schutz und missachteten die Abstandsregeln. Die ARD-Korrespondentin Andrea Beer berichtete von Beschimpfungen und Angriffen auf Journalisten.

An einer von linken Gruppen organisierten Gegendemonstration beteiligten sich nach Polizeiangaben rund 500 Menschen.

Bereits dritter Lockdown

Seit knapp drei Wochen befindet sich Österreich im dritten, harten Lockdown. Geschlossen sind deshalb der Handel - bis auf notwendige Geschäfte - sowie Gastronomie und Hotellerie. Auch Schulen sind im Fernunterricht und nur für die Notbetreuung von Kindern geöffnet.

Debatte um Verschärfung der Maßnahmen

Der derzeitige Lockdown sollte eigentlich am Sonntag in einer Woche enden. Die Zahl der Neuinfektionen in Österreich lag zuletzt aber noch bei mehr als 1.500. In der vergangenen Woche starben in dem Land mit knapp neun Millionen Einwohnern im Schnitt täglich 49 Personen an der Folgen der Erkrankung. Deshalb verdichteten sich die Hinweise auf eine Verlängerung und Verschärfung des derzeit geltenden Lockdowns. Bundeskanzler Kurz vertagte seine Entscheidung über weitere Schritte um einen Tag auf Sonntag.

Experten warnen vor britischer Virus-Mutation

Führende Experten warnten derweil im Bundeskanzleramt in Wien vor zu frühen Öffnungsschritten. "Die Neuinfektionen gehen nicht mehr stark genug zurück", sagte der Vizerektor für Klinische Angelegenheiten der Medizinischen Universität Wien, Oswald Wagner.

Sie schlugen einen stärkeren Einsatz von besonders schützenden FFP2-Masken vor. Zudem sollte nach Angaben von Wagner das Arbeiten von zu Hause, das Homeoffice, für alle, denen es möglich ist, verpflichtend werden. Besondere Sorge mache den Experten die britische Virus-Mutation, die deutlich ansteckender sei.

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