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Nachbarländer: Wann man wo, wie einreisen darf | BR24

© picture alliance/KEYSTONE

In der Coronavirus-Krise hat Deutschland Mitte März umfassende Kontrollen und Einreiseverbote an den Grenzen eingeführt. auch zur Schweiz ein

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Nachbarländer: Wann man wo, wie einreisen darf

Nach Monaten der Abschottung hat die schrittweise Öffnung der deutschen Grenzen begonnen. Ab Mitte Juni werden auch private Aufenthalte in Nachbarländern möglich sein. Wo, wann, welche Auflagen gelten – eine Übersicht.

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Seit die Nachbarländer und Deutschland Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus ergriffen haben, ist der Grenzübertritt teilweise kompliziert geworden. Jetzt greifen Lockerungen. Hier eine Übersicht wie es die einzelnen Nachbarstaaten in den nächsten Wochen handhaben.

Österreich

Bis die Grenze zu Österreich am 15. Juni vollständig geöffnet wird, gelten schon jetzt weitreichende Lockerungen. Seit einer Woche sind der Besuch von Verwandten, der Partnerin oder des Partners, die Teilnahme an einem Begräbnis oder an einer Hochzeit und die Pflege einer schutzbedürftigen Person erlaubt. Auch die Versorgung eines Tiers gilt als ausreichende Begründung, um nach Österreich einreisen zu dürfen. Beim Grenzübertritt muss einer dieser Gründe auf einer sogenannten Eigenerklärung aufgeführt sein.

Bei der anschließenden Ausreise besteht zudem keine Verpflichtung mehr, sich in Quarantäne zu begeben. Kanzler Kurz verspricht, dass Hotel- und Gastronomie-Personal regelmäßig getestet würde und Hygiene-Konzepte einen Corona-Ausbruch wie in den Hotspots Ischgl oder St. Anton verhindern könnten.

Die Gastronomie hat ihren Neustart bereits vollzogen. Die Hotellerie folgt nun am Freitag. Dort sind die Einschränkungen gering, innerhalb einer Gästegruppe wird kein Sicherheitsabstand gefordert, auch Buffets und der Besuch des hoteleigenen Wellnessbereichs sollen möglich sein. Auch sämtliche Freizeiteinrichtungen dürfen öffnen und auch Kulturveranstaltungen sind mit etwas Vorsicht wieder erlaubt.

Tschechien

Eine endgültige Entscheidung wurde bisher zwar nicht getroffen, doch die Regierung in Prag hat die Grenzöffnung zwischen Deutschland und Tschechien ab dem 15. Juni in Aussicht gestellt. Die Entscheidung sei davon abhängig, ob die Pandemie wie vorhergesagt zurückgehe, betonte der tschechische Innenminister Jan Hamacek am 19. Mai bei einem Treffen mit dem bayerischen Innenminister Joachim Herrmann (CSU). Bis vor wenigen Tagen hatte es geheißen, die Infektionszahlen in Bayern seien derzeit "nicht ideal". Das sorgte vor allem auf Seiten der Wirtschaft für Unmut.

Berufspendler und der Transit-Warenverkehr dürfen die Grenze bereits passieren. Einen festen Fahrplan für die Wiederbelebung des Tourismusgeschäfts gibt es noch nicht. Die Prager Altstadt, normalerweise ein Magnet für Menschen aus aller Welt, ist derzeit noch fast menschenleer. In einigen Hostels und Hotels der Moldau-Metropole finden Obdachlose eine vorübergehende Bleibe. Wenn die Grenzen wieder öffnen, treffen Reisende auf ein Land, das vom Coronavirus weitgehend verschont geblieben ist.

Schweiz

Die Grenzen zur Schweiz sollen ebenfalls ab dem 15. Juni wieder öffnen. Einschränkungen der Bewegungsfreiheit im Land gibt es nicht. Viele Hotels hatten nie geschlossen. Geschäfte sind auch wieder auf, ebenso Restaurants. Dort sollen allerdings nicht mehr als vier Gäste an einem Tisch sitzen und dazwischen Abstand gehalten werden.

Veranstaltungen wie das große Festival der klassischen Musik in Luzern und das Jazz-Festival in Montreux wurden allerdings abgesagt. Kunden an Seilbahnen sowie in Bus und Bahn sind gebeten, Tickets möglichst online zu besorgen, um Schlangen am Schalter zu vermeiden. Mund- und Nasenschutz zu tragen ist dort empfohlen, wo es eng werden könnte. Einen Zwang gibt es nicht. Hotels dürfen Wellness anbieten, aber in Schwimmbad, Sauna und Dampfbad gilt: Eine Person pro vier Quadratmeter Fläche. Die Zahl der Neuansteckungen ist seit April sehr gering.

Luxemburg

Es ist das kleinste Nachbarland und doch geht mit der Öffnung der Grenze zu Luxemburg eine große Symbolkraft einher. Seit gut einer Woche ist der 135 Kilometer lange Grenzabschnitt wieder vollständig geöffnet – das bedeutet: keine Kontrollen mehr, keine Notwendigkeit der Rechtfertigung für die Reise und keine Quarantäne im Anschluss an diesen Auslandsaufenthalt. Momentan ist das einzigartig.

Niederlande

Nördlich von Luxemburg bietet sich ein anderes Bild: wer derzeit an einen Urlaub in den Niederlanden denkt, muss dafür noch bis zum 1. Juli warten. Die Regierung in Den Haag legte diesen Stichtag als Startpunkt für die touristische Sommersaison fest. Ein Tagesausflug an den Strand oder zum Einkaufen ist schon jetzt möglich. Die Grenze zu den Niederlanden war zwar auch während der Hochphase der Pandemie nie vollständig geschlossen, dennoch wurden bis vor Kurzem stichprobenartige Kontrollen vorgenommen.

Private Ausflügler wurden gebeten, wieder umzukehren – damit ist nun Schluss. Hat man die Grenze schließlich überquert, ist dennoch Vorsicht geboten. Unter anderem ist der Aufenthalt von Gruppen in der Öffentlichkeit weiterhin untersagt. Bei Verstößen drohen auch hier empfindliche Bußgelder. Restaurants, Cafés, Strandpavillons und Kneipen dürfen schon jetzt jeweils maximal 30 Gäste bewirten. Ab Juli sind dann bis zu 100 Gäste erlaubt.

Belgien

In Belgien hält man es strenger. Zwar haben auch hier die Geschäfte wieder geöffnet, davon profitiert zunächst aber nur die einheimische Bevölkerung. Noch bis zum 8. Juni gilt: ohne zwingende Gründe, die an der Grenze belegt werden können, wird die Ein- oder Ausreise verwehrt. Von Tourismus ist bis auf weiteres keine Rede.

Schafft man es dennoch über die Grenze, gelten in Belgien nach wie vor strenge Regeln. Hygieneauflagen und Abstandsvorgaben sind einzuhalten – wer sich daran hält, darf zumindest wieder in ein Museum oder in den Tierpark. Auch dort gilt es natürlich, Menschenansammlungen zu vermeiden.

Dänemark

Die kürzeste Grenze wurde besonders gut bewacht: seit Mitte März waren die Übergänge zwischen Deutschland und Dänemark geschlossen. Wer ohne triftigen Reisegrund vorfuhr, wurde abgewiesen. Nun will man der Tourismusbranche etwas Planungssicherheit gewähren. Am 29. Mai will die Regierung neue Informationen über die Lockerung der Einreisebestimmungen vorlegen.

In Kopenhagen spricht man von "einem Plan für eine kontrollierte und schrittweise Wiedereröffnung des Sommertourismus". Die gute Nachricht zum Schluss: Alle, die ihre Verwandtschaft, den Partner oder die Partnerin in Dänemark besuchen wollen, dürfen schon jetzt die Grenze passieren. Gleiches gilt für Besitzer einer Immobilie.

Polen

Die Corona-Pandemie ist in Polen relativ mild verlaufen – aktuell sind rund 22.500 Infektionen und etwas mehr als 1.000 Todesfälle bestätigt. Das Land reagierte schnell und strikt auf die Pandemie. Am 15. März wurden alle Grenzen geschlossen. Die Grenzöffnung stellte die Regierung zum 15. Juni in Aussicht. Das freut insbesondere Berufspendler, die bereits seit Anfang Mai vom Wegfall der Quarantänevorschriften profitieren, und die Tourismusbranche. Diese setzte zuletzt die polnische Regierung massiv unter Druck.

Seit dem 4. Mai sind Hotels und Einkaufszentren wieder geöffnet. Auch Restaurants und Cafés dürfen wieder öffnen. Wenn ab 15. Juni Touristen wieder einreisen dürfen, plant die polnische Tourismusorganisation Hygiene-Zertifikate für sichere Unterkünfte. Bis zum 12. Juni gelten aber erst noch die strengen Regeln. Ausländer dürfen nicht einreisen. Ausnahmen gelten für Ehepartner oder Kinder polnischer Staatsbürger, Menschen mit Daueraufenthaltsgenehmigung, für Lkw-Fahrer oder Geschäftstreibende. Es gilt eine 14-tägige Quarantäne nach Einreise.

Frankreich

Die Reise entlang der deutschen Grenze endet am Rhein. Noch ist die Einreise nur aus wichtigem Grund möglich (z.B. Berufspendler, Transitreisende). Ausländer mit Wohnsitz in Frankreich sollen sich freiwillig in 14-tägige Quarantäne begeben. Auf französischer Seite ist man zuletzt vom Konzept der "systematischen Kontrolle" abgewichen. Bis zum 15. Juni wird nur mehr stichprobenartig kontrolliert. Danach sollen Deutsche einreisen dürfen - immer unter dem Vorbehalt, dass sich das Infektionsgeschehen nicht wieder zuspitzt. Ob auch Urlaub möglich sein wird, ist noch unklar.

Bis Ende Juni soll ein Großteil der Touristenziele in Frankreich wieder öffnen. Einige Strände sind bereits wieder zugänglich - allerdings gelten dort strenge Regeln. Die Regierung will Ende dieser Woche einen Ausblick zu den weiteren Entwicklungen geben. Cafés und Restaurants können eventuell ab dem 2. Juni in den Regionen wieder öffnen, in denen das Virus weniger verbreitet ist. In Paris dürfte das aber nicht der Fall sein.

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