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Öffentliche Fahndung nach mutmaßlichem Attentäter von Straßburg | BR24

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© SWR / Holger Schmidt

Der mutmaßliche Täter von Straßburg saß wegen verschiedener Verbrechen mehrere Jahre in Frankreich und Deutschland in Haft. Die französischen Sicherheitsbehörden stuften ihn als islamistisch radikalisierten Gefährder ein.

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Öffentliche Fahndung nach mutmaßlichem Attentäter von Straßburg

Nach dem Anschlag in Straßburg fahndet die französische Polizei öffentlich nach dem Verdächtigen Chérif Chekatt. Er saß wegen verschiedener Verbrechen mehrere Jahre in Frankreich und Deutschland in Haft, die Behörden stuften ihn als Gefährder ein.

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Die Polizei gab am Mittwochabend einen offiziellen Fahndungsaufruf mit einem Foto heraus, in dem sie die Bevölkerung um Mithilfe bei der Suche nach dem 29-Jährigen bat. Auch deutsche Ermittler fahnden unter Hochdruck nach dem mutmaßlichen Islamisten, der in Deutschland bereits im Gefängnis saß.

Der Gesuchte sei "gefährlich", warnte die französische Polizei im Kurzbotschaftendienst Twitter. "Greifen Sie auf keinen Fall selber ein." Chérif Chekatt ist demnach 1,80 Meter groß und hat eine "normale Statur".

Chérif Chekatt ist 29 Jahre alt, wurde in Straßburg geboren und ist dort aufgewachsen. Seine Eltern stammen aus Algerien, er hat sechs Geschwister. Immer wieder ist er in den vergangenen Jahren wegen Straftaten wie Diebstahl und Raub aufgefallen. Laut dem Pariser Antiterror-Staatsanwalt Rémi Heitz wurde Chérif Chekatt 27 Mal in Frankreich, Deutschland und der Schweiz verurteilt und musste mehrfach ins Gefängnis.

In Deutschland wegen schweren Diebstahls in Haft

2012 brach er in eine Zahnarztpraxis in Mainz ein und entwendete Geld und Zahngold. Vier Jahre später stieg er nachts in eine Apotheke im badischen Engen ein, konnte aber mit Hilfe eines Polizeihubschraubers gefasst werden. Das Amtsgericht Singen verurteilte ihn deshalb. In diesem Prozess kam durch DNA-Spuren heraus, dass er für den Überfall auf die Zahnarztpraxis verantwortlich ist. 2016 und 2017 saß er deswegen dann in Deutschland in Haft: erst in der Justizvollzugsanstalt Konstanz, dann in der JVA Freiburg.

© dpa-Bildfunk

Tatverdächtiger des Straßburger Attentats

Zuvor auch schon vier Jahre in Gefängnissen

In dem Urteil des Singener Gerichts heißt es laut Deutscher Presse-Agentur (dpa), Chérif Chekatt habe einen dem Hauptschulabschluss vergleichbaren Abschluss, aber keine Ausbildung gemacht. Nach der Schule habe er bei der Gemeinde gearbeitet, seit 2011 sei er arbeitslos gewesen und nach eigener Aussage viel gereist. Schon vor seiner Verurteilung in Singen habe er insgesamt vier Jahre in Gefängnissen verbracht.

Von Frankreichs Inlandsgeheimdienst als Gefährder eingestuft

Im Februar 2017, nach Verbüßung seiner Haftstrafe in Deutschland, wurde Chérif Chekatt nach Frankreich abgeschoben. Nach Angaben des Staatsanwalts Heitz wurde der Terrorverdächtige vom französischen Inlandsgeheimdienst DGSI überwacht. Er wurde demnach wegen seiner islamistischen Radikalisierung als Gefährder geführt. In Deutschland hingegen wurde er offenbar nicht als terroristischer Gefährder eingestuft, schreibt der Berliner "Tagesspiegel".

Auch Chérifs Bruder soll islamistisch radikalisiert sein

Auch sein Bruder, der 24-jährige Sami Chekatt, gilt nach dpa-Informationen den französischen Sicherheitsbehörden als islamistisch radikalisiert. Man vermutet deshalb, dass die beiden zusammen auf der Flucht sind.

Straßburg: Granaten in der Wohnung

In Frankreich gab es weitere Ermittlungsverfahren gegen Chérif Chekatt bis in die vergangenen Tage hinein -darunter wohl auch eine Mordermittlung. Und dieses Ermittlungsverfahren soll es auch gewesen sein, weswegen die französische Polizei am Montagmorgen versuchte, ihn festzunehmen. Er war nicht zuhause. Medienberichten zufolge fand man bei der Durchsuchung seiner Wohnung Granaten. Im weiteren Verlauf des Tages verübte Chérif Chekatt offenbar den Anschlag von Straßburg.