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ARCHIV - 10.04.2020, Bayern, München: Fast menschenleere St. Matthäuskirche

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    Nur virtuelle Oster-Gottesdienste? Kirchen gegen Merkel-Wunsch

    Bund und Länder wünschen, dass Gottesdienste an Ostern nur virtuell stattfinden. Vertreter der Kirchen sind von dieser Bitte überrascht worden. Sie wollen auf Gottesdienste vor Ort nicht verzichten, wie sie in einer ersten Reaktion klarstellen.

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    Von
    • Tilmann Kleinjung

    Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, will an Ostern Gottesdienste mit einer Gemeinde feiern - und nicht nur virtuell. "Ostern ist das wichtigste Fest für uns, Gottesdienste sind kein Beiwerk", betonte Bätzing auf Twitter. An Weihnachten hätten die Kirchen gezeigt, wie man "mit Vorsicht" Messe feiern könne, so der Limburger Bischof weiter. Darauf "wollen wir Ostern nicht verzichten". Bätzing machte klar, dass er mit dieser Position in die Gespräche gehen wird, die die Politik in der Nacht angekündigt hat.

    Merkel-Bitte: Gottesdienste an Ostern nur virtuell

    Damit wies Bätzing eine Bitte aus der Bund-Länder-Konferenz zurück, religiöse Versammlungen an Ostern nur virtuell durchzuführen. Diese "Ruhephase" solle einen Beitrag dazu leisten, die dritte Corona-Welle "ein Stück weit zu durchbrechen", hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) betont.

    Bedford-Strohm: Hygienekonzepte der Kirchen haben sich bewährt

    Auch der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, war zumindest gestern noch fest davon überzeugt, dass die Oster-Gottesdienste regulär stattfinden können. Er habe "keinen Anlass" daran zu zweifeln, sagte Bedford-Strohm bei der Tagung der bayerischen Landessynode: "Die Hygienekonzepte der Kirchen haben sich bewährt", so sein Fazit.

    Dass Bund und Länder die Kirchen bitten, "religiöse Versammlungen an den Osterfeiertagen nur virtuell durchzuführen", hat den bayerischen Landesbischof "sehr überrascht". "Wir werden uns genau erläutern lassen, warum die bewährten Hygieneschutz-Maßnahmen nun nicht mehr ausreichen sollen", sagte Bedford-Strohm dem Bayerischen Rundfunk. Anschließend will die evangelische Kirche beraten, wie sie mit der Bitte umgeht.

    Abstandsregeln und FFP2-Masken in Gottesdiensten

    Seitdem wieder öffentliche Gottesdienste möglich sind, gelten in allen Kirchen strenge Abstandsregeln und Obergrenzen bei der Teilnehmerzahl. Zuletzt wurde in Bayern die generelle Maskenpflicht noch einmal verschärft: Auch Gottesdienstbesucher müssen FFP2-Masken tragen. In den Kirchen gibt es beim Ein- und Ausgang geregelte Wege. Gemeindegesang ist in den meisten Bistümern und Landeskirchen verboten, in Bayern generell.

    Im vergangenen Jahr galt an Ostern ein generelles Verbot öffentlicher Gottesdienste, dem sich die Kirchen weitgehend klaglos gefügt hatten. An dieser Haltung gab es kirchenintern auch Kritik.

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