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"Nur so aus Spaß": Kritik an Trumps Truppenabzug | BR24

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Offenbar machen die USA Ernst und ziehen Soldaten von Army-Stützpunkten in Deutschland ab. Betroffen auch der Standort Vilseck. Was das für die Region bedeutet, erfährt unser Reporter Rudolf Heinz vor Ort.

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"Nur so aus Spaß": Kritik an Trumps Truppenabzug

Der von US-Präsident Donald Trump angekündigte Abzug von amerikanischen Soldaten aus Deutschland hat hier und in den USA scharfe Kritik ausgelöst. Der republikanische Senator Mitt Romney nannte die Pläne einen "schwerwiegenden Fehler".

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Das ist die Pose, in der sich Donald Trump im Wahlkampf gefällt: Der starke Mann, der den Mumm hat, wenn nötig auch einen loyalen Weggefährten abzustrafen, wenn der nicht pariert. "Wir reduzieren die Truppenstärke, weil die ihre Rechnung nicht bezahlen", poltert Trump neben einem Hubschrauber, "so einfach ist das!" Deutschland sei säumig, die USA würde beim Handel und militärisch ausgenutzt. Gemeint ist, dass die Bundesrepublik nach wie vor weit entfernt ist vom sogenannten Zwei-Prozent-Ziel.

Zwei-Prozent-Ziel soll 2024 erfüllt werden

Die NATO-Staaten hatten sich dazu verpflichtet, ihre Verteidigungsausgaben auf zwei Prozent des Bruttoinlandsproduktes zu steigern - bis 2024. Deutschland liegt aktuell mit 1,38 Prozent deutlich darunter. Die Bundesregierung hatte zuletzt erklärt, innerhalb der verbleibenden Frist allenfalls auf 1,5 % zu kommen. Das ist weniger als die Hälfte der knapp dreieinhalb Prozent, bei denen die USA jetzt schon sind.

US-Verteidigungsminister: "Deutschland reichstes Land Europas"

Trumps Verteidigungsminister Mark Esper hat sich zwar gestern spürbar bemüht, rein strategische Erwägungen für die Truppenverlagerung anzuführen. Auf Nachfrage kritisierte er aber ebenfalls Deutschlands vergleichsweise niedrigen Wehretat. Deutschland sei das reichste Land Europas, Deutschland könnte und sollte mehr für seine Verteidigung ausgeben. Deutschland sollte das zwei Prozent Ziel der NATO nicht nur einhalten, sondern auch darüber hinaus gehen.

Republikaner Mitt Romney: Abzug "sehr schlechte Idee"

Auch diejenigen in den USA, die Trumps Abstrafen Deutschlands als Schwächung der NATO kritisieren, erwarten, dass die Bundesregierung ihrer Selbstverpflichtung fristgerecht nachkommt. Der republikanische Senator Mitt Romney aus Utah sagte, Deutschland sei bereits bei anderthalb und auf bestem Weg zu den versprochenen zwei Prozent, der Abzug sei also eine sehr schlechte Idee. Zudem nannte der notorische Trump-Kritiker die Abzugspläne einen "Schlag in das Gesicht eines Freundes".

Opposition: Truppenabzug "nur aus Spaß" angeordnet

Kritik kam erwartungsgemäß auch von der Opposition. So unterstellte der demokratische Senator Chris Murphy aus Connecticut Trump, der hätte den Truppenabzug "nur so aus Spaß" angeordnet, um Deutschland zu brüskieren. Teile des Umstrukturierungspakets, darunter das Abziehen der US-Hauptquartiere für Europa und Afrika aus Stuttgart, sollen offenbar doch noch im Kongress und in der NATO diskutiert werden, so Esper.

Joe Biden will Truppenabzug auf Prüfstand stellen

Ob zumindest Teile der Vorhaben noch zurückgenommen werden könnten, bleibt unklar. Viel Zeit bleibt nicht, denn Esper kündigte auch an, es werde bereits in wenigen Wochen losgehen. Trump-Herausforderer Joe Biden hatte bereits vor drei Wochen angekündigt, er werde den Truppenabzug aus Deutschland erneut auf den Prüfstand stellen, sollte er im Herbst die Präsidentschaftswahl gewinnen.

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