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Feuerwehrleute untersuchen die Fassade von Notre-Dame
© pa / dpa / Franck Dubray
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Feuerwehrleute untersuchen die Fassade von Notre-Dame

"Im Ganzen hält die Struktur stand", sagte Innenstaatssekretär Laurent Nuñez. Allerdings seien bei ersten Inspektionen durch Feuerwehr und Bauspezialisten einige Schwachstellen im Gewölbe und einem Giebel im nördlichen Querschiff entdeckt worden. Der Giebel müsse deshalb abgesichert werden und fünf Gebäude in der Nachbarschaft der Kathedrale habe man vorsichtshalber evakuiert.

Minuten entschieden über die Rettung des Baudenkmals

Das die gotische Kathedrale gerettet werden konnte, habe sich am Montagabend aber "innerhalb einer viertel Stunde, einer halben Stunde" entschieden, sagte Nuñez. Insbesondere sei dem Einsatz der Feuerwehr zu verdanken, dass die berühmte Fassade der Kathedrale mit den beiden flankierenden Glockentürmen dem Feuer Stand gehalten hat. Zwischenzeitlich hatte die Feuerwehr befürchtet, die gesamte Kirche könnte einstürzen.

Es gehe nach dem Löschen der letzten Brandherde am Dienstagvormittag nun darum, sicherzustellen, dass das Gebäude keinen weiteren Schaden nimmt, so Nuñez. Die nötigsten Sicherungsarbeiten würden in etwa zwei Tage dauern. Danach könnten die Feuerwehrleute gemeinsam mit Vertretern des Kulturministeriums versuchen, noch in der Kirche befindliche Kunstschätze zu bergen.

Der Louvre als Ausweichquartier für Kunstschätze

Nach Angaben des Kulturministers Franck Riester konnte ein Großteil der Schätze von Notre-Dame de Paris jedoch bereits in Sicherheit gebracht werden, bevor die Flammen sie erreichten. Einige Gemälde seien aber noch nicht geborgen und womöglich durch Rauch oder Wasser beschädigt worden. Die aus Notre-Dame geretteten Kunstwerke würden zunächst im Louvre untergebracht.

Die ersten Aufnahmen aus dem Kirchenschiff

Die ersten Aufnahmen aus dem Kirchenschiff

Ermittler sehen Unfall als Brandursache

Derweil geht die Pariser Staatsanwaltschaft davon aus, dass ein "Unfall" zu dem Großbrand geführt hat. "Nichts deutet auf eine vorsätzliche Tat hin", sagte Staatsanwalt Rémy Heitz bei einer Pressekonferenz vor Notre-Dame. Damit bestätigte Heitz erste Hinweise, wonach Renovierungsarbeiten das Feuer ausgelöst hätten. Er betonte aber auch, dass die Untersuchung noch am Anfang stehe.

Fünf Unternehmen seien an den Arbeiten beteiligt gewesen, sagte Heitz. Die Vernehmung von Arbeitern und Angestellten der Firmen habe begonnen. Am Montag seien etwa 15 Mitarbeiter mit Arbeiten am Dach von Notre-Dame betraut gewesen.

Baufirma wehrt sich gegen Verdacht

Ein Vertreter eines mit der Ausbesserung des Dachs beschäftigten Unternehmens verteidigte seine Arbeiter gegen mögliche Vorwürfe. "Alle Sicherheitsmaßnahmen wurden beachtet", sagte Julien le Bras, von dessen Firma zwölf Arbeiter in die Restaurierung eingebunden waren. Die Arbeiter würden jedoch "ohne Zögern" an der Untersuchung des Unglücks mitwirken, sagte er. Man wolle, dass "der Ursprung dieses Dramas" ans Licht komme.

Inferno in Notre-Dame

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