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Nordsyrien-Konflikt: Waffenembargo der EU gegen die Türkei | BR24

© Anas Alkharboutli/dpa

Die EU-Länder haben sich laut dem luxemburgischen Außenminister Jean Asselborn darauf geeinigt ein Waffenembargo gegen die Türkei zu verhängen.

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Nordsyrien-Konflikt: Waffenembargo der EU gegen die Türkei

Nach Angaben von Luxemburgs Außenminister Asselborn hat sich die EU darauf geeinigt, dass kein Mitgliedsland mehr Waffen in das NATO-Land Türkei liefert. Der Einmarsch in Syrien sei "eine Invasion" und nicht zu rechtfertigen.

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"Auch in der Europäischen Union geschehen manchmal Wunder." Mit diesen Worten hat der luxemburgische Außenminister Jean Asselborn mitgeteilt, dass er und seine EU-Amtskollegen sich am Mittag darauf geeinigt hätten, dass kein Mitgliedsland mehr Waffen in das NATO-Land Türkei liefern werde.

Die juristischen Details dieses "Embargos" müsse man noch ausarbeiten, aber grundsätzlich stehe die Entscheidung, sagte Asselborn im gemeinsamen Mittagsmagazin von ARD und ZDF.

Der Einmarsch der Türkei in Syrien sei von der EU einstimmig verurteilt worden. Es handele sich um einen "Invasion", die durch nichts im internationalen Recht zu rechtfertigen sei, so Asselborn.

Die Sorge vor dem NATO-Bündnisfall

Bereits am Vormittag hatte Asselborn davor gewarnt, welche politischen Folgen der türkische Vorstoß haben könne: Weitere Länder könnten in einen Krieg hineingezogen. "Für mich ist das ziemlich außerirdisch, was dort geschieht", sagte Asselborn dem BR.

"Stellen Sie sich vor, Syrien oder Alliierte von Syrien schlagen zurück und greifen die Türkei an", sagte Asselborn. "Auf Deutsch heißt das, dass alle NATO-Länder, wenn die Türkei angegriffen würde, dann einspringen müssten, um der Türkei zu helfen. Darum sage ich außerirdisch." Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn.
© BR.de

Die türkische Militäroffensive in Nordsyrien hat Sorge bei den Nato-Partnern ausgelöst. Luxemburgs Außenminister Asselborn warnte im BR davor, ein Vorgehen Assads gegen das Nato-Mitglied Türkei könnte zum Bündnisfall führen.