Laut einem Bericht zu den Lecks an den Gas-Pipelines Nord Stream 1 und 2 Pipelines gab es mindestens zwei Explosionen unter Wasser.
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Laut einem Bericht zu den Lecks an den Gas-Pipelines Nord Stream 1 und 2 Pipelines gab es mindestens zwei Explosionen unter Wasser.

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    Nord-Stream-Explosionen: Stark wie "Hunderte Kilo" Sprengstoff

    Nord-Stream-Explosionen: Stark wie "Hunderte Kilo" Sprengstoff

    Dänemark und Schweden haben einen Bericht zu den Lecks an den Gas-Pipelines Nord Stream 1 und 2 Pipelines vorgelegt. Demnach gab es mindestens zwei Explosionen unter Wasser - mit gewaltiger Kraft. Russlands Präsident Putin gibt dem Westen die Schuld.

    Der UN-Sicherheitsrat tagt den Lecks an den Nord-Stream-Pipelines. Dänische und schwedische Experten haben ihm die aktuellsten Informationen mit auf den Weg gegeben. Sie sprechen von Explosionen mit einer Sprengkraft von mehreren hundert Kilogramm.

    Experten: Explosionen wurden vorsätzlich herbeigeführt

    Mindestens zwei Explosionen seien unter Wasser geschehen, schrieben die beiden skandinavischen Länder in einem Brief. Seismologische Institute hätten eine Stärke von 2,3 und 2,1 gemessen, was "vermutlich einer Sprengladung von mehreren hundert Kilogramm" entspreche.

    Seit der Nacht zum Montag wurden insgesamt vier Lecks an den Pipelines Nord Stream 1 und 2 festgestellt, die von Russland durch die Ostsee nach Deutschland führen. Nach bisherigem Stand gibt es an beiden Leitungen von Nord Stream 1 je ein bekanntes Leck und zwei an einer der Nord-Stream-2-Leitungen. Oberhalb der Lecks sprudelt seit Tagen ununterbrochen Gas an die Wasseroberfläche.

    Die Nato und die EU gehen von Sabotage aus. Diese Annahme wird nun gestützt von den Erkenntnissen der Skandinavier. Alle verfügbaren Informationen deuteten darauf hin, dass die Explosionen das Ergebnis einer vorsätzlichen Handlung seien, schrieben sie in ihrem Brief. Je zwei Lecks seien in den Ausschließlichen Wirtschaftszonen von Dänemark und Schweden entstanden. Das daraus aufsteigende Gas habe an der Oberfläche Gebiete mit einem Radius zwischen 200 und 900 Metern erfasst.

    Putin macht Westen verantwortlich

    Der russische Präsident Wladimir Putin macht den Westen für die Lecks verantwortlich. "Sie (die Angelsachsen) sind zu Sabotage übergegangen. Unglaublich, aber wahr. Indem sie Explosionen an den internationalen Gas-Leitungen Nord Stream organisiert haben (...), haben sie faktisch mit der Zerstörung der gemeinsamen europäischen Energie-Infrastruktur begonnen", sagte Putin bei einer Zeremonie zur Annexion mehrerer ukrainischer Gebiete.

    Mit dem Begriff "Angelsachsen" können im Russischen die US-Amerikaner, die Briten oder beide Nationen zusammengefasst gemeint sein. Bereits zuvor hatte Putin mit Blick auf die Lecks von einem "Akt des internationalen Terrorismus" gesprochen, aber keine möglichen Drahtzieher genannt.

    Habeck: Einzige Wahrheit aus Russland ist die Lüge

    Vizekanzler Robert Habeck glaubt den russischen Aussagen zu den Lecks nicht. "Die einzige Wahrheit, die aus Russland kommt, ist die Lüge", sagte er in Brüssel auf die Frage, ob er Russland glaube, dass das Land nicht an einer möglichen Sabotage der Pipelines involviert sei. "Ich weiß nicht, wer die Explosionen durchgeführt hat. Aber zu sagen: 'Wir waren es nicht' - das ist keine Antwort, der ich traue", betonte der Grünen-Politiker. Es liefen Ermittlungen. Diese sollte man abwarten, bevor man zu einem Urteil komme, sagte er.

    Sorge um Infrastruktur

    Unterdessen warnten Experten vor der Gefahr durch weitere Angriffe auf die europäische Energieversorgung und andere wichtige Bestandteile der Infrastruktur. "Wir sind in einem fossilen Energiekrieg. Die Mittel, die da jetzt gewählt werden, sind drastisch", sagte Energieexpertin Claudia Kemfert dem Fernsehsender Phoenix. Man müsse damit rechnen, dass es Anschläge auf alle möglichen Bereiche der Energieversorgung gebe, so die Leiterin der Abteilung Energie, Verkehr und Umwelt am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW). Konkret nannte sie die Gefahr von Cyber-Angriffen auf Atomkraftwerke.

    Einem Bericht des "Spiegel" zufolge hatte ein Forscherteam erst vor wenigen Monaten das EU-Parlament vor Missständen beim Schutz wichtiger Infrastruktur unter Wasser gewarnt. Die EU hinke hier hinterher. Gewarnt wurde demnach unter anderem vor Angriffen mit Sprengladungen auf Unterwasser-Infrastruktur. Sowohl China als auch Russland seien darin als mögliche Gegner benannt worden. Auf EU-Ebene gebe es aber kaum Maßnahmen oder Programme, die das Thema direkt angingen, zitierte das Magazin aus dem für den Unterausschuss für Sicherheit und Verteidigung angefertigten Bericht.

    Quelle: dpa, AFP

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