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Norbert Röttgen: Der Außenpolitiker - ein Porträt | BR24

© dpa-Bildfunk/Bernd von Jutrczenka

Norbert Röttgen, Kandidat um den CDU-Vorsitz

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Norbert Röttgen: Der Außenpolitiker - ein Porträt

Norbert Röttgen verspricht, die CDU zu verändern und zu modernisieren – sie müsse weiblicher, jünger, digitaler und interessanter werden. Aktuell ist der mögliche CDU-Parteivorsitzende vor allem als Außenpolitiker bekannt. Das war nicht immer so.

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Von
  • Christine Auerbach

Gestartet in den Kampf um den Parteivorsitz der CDU ist Norbert Röttgen klar als Außenseiter. Seitdem hat sich aber einiges getan, in manchen Umfragen liegt Norbert Röttgen inzwischen gleichauf mit Armin Laschet (zum Poträt) oder sogar vor ihm. Beide Kandidaten für den CDU-Vorsitz liegen aber meist hinter Friedrich Merz

Klimaschutz als wichtiges Ziel von Norbert Röttgen

Norbert Röttgen will die CDU verändern und modernisieren. Er stehe dafür, dass zum Beispiel Gremien und Führung der Partei paritätisch besetzt werden, sagte er in der Aktuellen Stunde des WDR. Außerdem müsse die CDU wieder Glaubwürdigkeit in der Klimapolitik bekommen – eine Forderung, die Röttgen gut mit seiner Arbeit als ehemaliger Bundesumweltminister untermauern kann.

In seine Amtszeit von 2009 bis 2012 fiel unter anderem die Katastrophe rund um das japanische Atomkraftwerk Fukushima. Röttgen stand der Atomkraft schon vorher kritisch gegenüber, auch entgegen der Meinung vieler in seiner Partei, und begleitete den nach der Katastrophe von der CDU beschlossenen Atomausstieg. Vor allem in den Anfangsjahren führte er das Ministerium ambitioniert und ehrgeizig. Als Umweltminister könne er "Zukunft gestalten und nicht nur die Gegenwart verwalten" sagte er damals und sah den Klimaschutz als Möglichkeit, die Wirtschaft zu modernisieren.

6-Punkteplan zur Zukunft der CDU

Eine klare Positionierung in Sachen Klimapolitik findet sich auch in Röttgens 6-Punkteplan zur Zukunft der CDU, den er zu seiner Kandidatur vorlegte: Für die CDU sei entscheidend, als Zukunftspartei wahrgenommen zu werden und "ohne ökologische Kompetenz gibt es keine Zukunftskompetenz", schreibt er darin.

Seine Überzeugung: Ohne glaubwürdige Positionierung der CDU beim Klimaschutz, kann die Partei auf Dauer keine jungen Wähler von sich überzeugen.

Norbert Röttgen: Vom Umweltminister zum Außenpolitiker

Röttgens Arbeit als Bundesumweltminister endete damals mit einem tiefen Fall: Bei den Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen 2012 scheiterte er klar, die SPD von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft gewann deutlich vor der CDU. Als Röttgen trotz dieser Niederlage seinen Posten als Bundesumweltminister nicht aufgeben wollte, warf ihn Angela Merkel mit dürren Worten kurzerhand raus. Vorbei die Zeiten, in denen der Jurist als enger Vertrauter der Kanzlerin galt, Spitzname "Muttis Klügster". Auf einmal war Röttgen nur noch einfacher Bundestagsabgeordneter.

Von dort arbeitete er sich langsam wieder nach oben – seit 2014 ist Röttgen Vorsitzender im Auswärtigen Ausschuss des Bundestags und hält sich mit klaren Meinungen zu außenpolitischen Themen nicht zurück. Nach der Giftattacke auf den russischen Kreml-Kritiker Alexej Nawalny verlangte er etwa, das Pipeline-Projekt Nord Stream 2 zu stoppen. Er hielt das Projekt auch vorher schon für falsch – energie- und außenpolitisch.

Gemeinsamer Start der drei Kandidaten im Bundestag

1994 starteten Armin Laschet, Friedrich Merz (zum Porträt) und Norbert Röttgen übrigens gleichzeitig als "Neue" ihre Karriere im Bundestag. Anders als Merz ist Röttgen seitdem aber nie mehr aus dem politischen Alltagsgeschäft der Bundesrepublik verschwunden.

Mit seinem zweiten Konkurrenten um den CDU-Vorsitz, Armin Laschet, ist Röttgen schon einmal aneinandergeraten: 2010, beim Kampf um den CDU- Parteivorsitz in NRW. Damals gewann Röttgen. Wenn es nach ihm geht, gewinnt er auch diesmal wieder. Gegen Laschet und gegen Merz.

© BR

Wen wählt die CDU zum neuen Parteivorsitzenden? Armin Laschet, Norbert Röttgen oder Friedrich Merz? Die Anrufer aus dem Publikum sprechen mit Moderator Achim Bogdahn und Anita Fünffinger, Korrespondentin im BR-Hauptstadtstudio in Berlin.

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