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Niedersachsens Grüne stoßen Diskussion zum Luftballon-Steigen an | BR24

© Sina Schuldt/dpa

Ein Herzförmiger Luftballon fliegt über den Himmel.

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    Niedersachsens Grüne stoßen Diskussion zum Luftballon-Steigen an

    Luftballons, die in den Himmel steigen, sind ein Symbol für Hoffnungen und Träume. Niedersachsens Grüne wollten eigentlich mit der Idee einer Reduktion der Ballons eine Diskussion anstoßen. Nun müssen sie genau diese wieder einfangen.

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    Selten wurde abseits von Kindergeburtstagen so leidenschaftlich um Luftballons gestritten: Niedersachsens Grünen-Chefin hat eine Debatte über die Umweltgefahren von Ballons angestoßen. Für die Umwelt sei Plastik einfach Müll, sagt Niedersachsens Grünen-Chefin Anne Kura. Doch mit dem Versuch eine Diskussion zur Reduktion von Luftballons anzustoßen, entfachten die Grünen erneute eine Verbotsdebatte. Diese versuchen sie nun einzufangen.

    Das weiche Plastik von fliegen gelassenen Luftballons sei vor allem für Vögel schädlich, argumentierte Anne Kura in Hannover, betont aber:

    "Wir fordern kein generelles Luftballonverbot. Luftballons auf Kindergeburtstagen im Wohnzimmer sind völlig okay und machen Spaß." Anne Kura, Grünen-Chefin in Niedersachsen

    Also alles heiße Luft, die Aufregung verfehlt?

    Vertreter von CDU und FDP warfen den Grünen direkt vor, Spielverderber zu sein: Wie mit dem Veggie Day wolle die Partei die Bürger bevormunden.

    Den Anstoß für die Diskussionen lieferte ein Beschluss in Gütersloh, auf den Kura von der "Neuen Osnabrücker Zeitung" angesprochen wurde. Die Stadt in Nordrhein-Westfalen hatte Anfang September entschieden, bei städtischen Veranstaltungen künftig auf den Aufstieg gasgefüllter Luftballons zu verzichten. "Das ist aus meiner Sicht eine lohnende Initiative", sagte Kura. Ein Ballonverbot sei das aber nicht.

    "Mir geht es tatsächlich darum, dass, wenn man gasgefüllte Luftballons steigen lässt, die auf jeden Fall in der Natur landen und dann von Vögeln gefressen werden, die daran qualvoll verenden." Anne Kura

    Das niedersächsische Umweltministerium lehnte die Forderung ab. "In den Himmel steigende Luftballons haben die Menschen schon immer mit Träumen und Hoffnungen verbunden", sagte ein Sprecher von Landesumweltminister Olaf Lies (SPD) der NOZ. "Ein Ballonverbot rettet die Welt ganz bestimmt nicht."

    CSU: Plastikfreie Luftballons in Augsburg

    Aber auch bei der CSU in Bayern wird der konventionelle Volksfest-Luftballon kritischer gesehen. So hat sich die CSU in Augsburg dazu entschlossen, künftig am Turamichele-Fest auf Luftballons aus Plastik verzichten. Auch hier soll die Einbringung von Plastik in die Natur verhindert werden. Stattdessen allerdings will die CSU Naturlatex-Luftballons verwenden. Diese würden - ohne giftige Zusätze - innerhalb von ein paar Monaten in der Natur verrotten.

    Schöne Ballons, verendende Vögel

    Weil auch diese im Magen von Vögeln tödlichen Schaden anrichten, sind sie für die niedersächsischen Grünen keine echte Alternative." Auf der einen Seite steht das kurze schöne Bild von bunten Ballons in der Luft, auf der anderen das von verendeten Vögeln", so Anne Kura in der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

    In einer vorherigen Version war von einem "Verbot von Luftballons auf öffentlichen Veranstaltungen" berichtet worden. Dies entspricht jedoch nicht der tatsächlichen Formulierung. Die Grünen haben inzwischen ihre Formulierung konkretisiert.