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New Yorker zahlen die meisten Steuern | BR24

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Bildrechte: MEV/Jens Schmidt

Wohlverdienende New Yorker sind ab sofort die größten Steuerzahler in den USA. Millionäre müssen hier nun Steuersätze von 62 Prozent und mehr hinnehmen - dank eines neuen Haushalts und US-Präsident Biden.

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New Yorker zahlen die meisten Steuern

Wohlverdienende New Yorker sind ab sofort die größten Steuerzahler in den USA. Millionäre müssen hier nun Steuersätze von 62 Prozent und mehr hinnehmen - dank eines neuen Haushalts und US-Präsident Biden.

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Von
  • Antje Passenheim

Für Geschäftsleute wie Don Peebles fühlt es sich an, als stürze die Freiheitsstatue. "Das Größte an New York ist doch: Wenn du es hier schaffst, schaffst du es überall. Das hat jetzt eine neue Bedeutung bekommen, denn es wird den Leuten schwerer gemacht, dass sie es hier schaffen."

Der New Yorker Immobilienunternehmer tobt auf dem Sender Fox News. Dieser Haushalt sei die Bremse für Big Apple. Und er jage seine Macher davon. Ein Abtörner für Geschäftsleute und die, die die meisten Steuern zahlen. Für sie sei dieser Haushalt ein Schock.

"New York heißt Geschäftsleute und Gutverdiener nicht mehr willkommen." Don Peebles, Immobilienunternehmer

Steuersätze von bis zu 62 Prozent

Denn künftig sollen sie soviel Steuern zahlen, wie nirgends sonst in den USA. Schon mit den geplanten Erhöhungen von Präsident Biden kommen Spitzenverdiener in New York auf Steuersätze von bis zu 62 Prozent. Nun will auch noch der Bundesstaat seine Millionäre stärker zur Kasse bitten. Und dafür die Ärmeren unterstützen.

Den New Yorker Frühling ruft Gouverneur Andrew Cuomo aus. Mit diesem 212 Milliarden Dollar-Budget beginne Kapitel 2 von New York Tough.

Cuomo: Wir erfinden New York neu

Das starke New York, das der Pandemie die Stirn bietet, soll im Aufbau daran wachsen. Cuomo nennt den Aktionsplan den größten und besten.

"Wir bauen New York nicht nur wieder auf. Wir erfinden es neu." Andrew Cuomo, Gouverneur

Durch eine Umverteilung auf die Schultern der Reichen. Ab einem Jahreseinkommen von einer Million Dollar sollen sie mehr Steuern zahlen. Weitere Stufen sind vorgesehen. Dafür sollen Milliardenhilfen in Schulen fließen und das Gesundheitssystem. Der Haushalt sieht Finanzhilfen für Mieter vor und für Zuwanderer ohne Dokumente, die sonst durch den Rost der Bürokratie fallen würden.

Innerparteilicher Streit der Demokraten

Als mutigsten aller Haushaltspläne bezeichnet ihn die demokratische Mehrheitsführerin im New Yorker Senat, Andrea Stewart-Cousins.

"Wir bitten diejenigen, die etwas mehr haben, auch etwas mehr zu tun. Damit wir nicht Jahr für Jahr, Tag für Tag auf dieselben Ungleichheiten schauen." Andrea Stewart-Cousins

Lange haben die Demokraten auch mit ihrem Gouverneur über diesen Punkt gestritten. Im Gespräch war sogar eine Transaktionssteuer für den Finanzmarkt. Die Chefin der New Yorker Börse, Stacey Cunningham, hatte gar schon mit einem Abzug des traditionsreichen Handelsmarkts gedroht.

"Einzug der Sozialdemokratie in New York"

Die Republikaner feixen: Mit ihrem linkslastigen Haushalt seien New Yorks Demokraten nur durchgekommen, weil Gouverneur Cuomo derzeit politisch so angeschlagen sei, sagt der Minderheitenführer im Senat, Robert Ortt.

"Ein Gouverneur, der in Skandale verwickelt ist und eine Regierung, die daraus Vorteile zieht, um die Steuer für die New Yorker zu erhöhen." Robert Ortt

Vom Einzug der Sozialdemokratie am Big Apple sprechen Kritiker. Immerhin setzt der Haushaltsplan auch auf andere Steuerquellen. So sollen in New York künftig Sportwetten über Handy-Apps erlaubt sein. Der Staat verspricht sich davon Einnahmen von 500 Millionen Dollar.

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