BR24 Logo
BR24 Logo
Deutschland & Welt

New York Citys schwieriger Weg zur Nach-Corona-Normalität | BR24

© dpa/pa/Kathy Willens

New York: Ridley Goodside trägt eine Schutzbrille und eine Schutzmaske, während er im Domino Park im Stadtteil Brooklyn und ein Buch liest.

Per Mail sharen

    New York Citys schwieriger Weg zur Nach-Corona-Normalität

    Seit fast zwei Monaten steht New York City still. Nur Lebensmittelläden und Apotheken haben geöffnet. Einige Restaurants versuchen sich mit Lieferservices über Wasser zu halten. Es wächst die Ungeduld, die Stadt zurück in die Normalität zu führen.

    Per Mail sharen

    Die Bürotürme in Manhattan sind verwaist – wer kann, arbeitet zu Hause. Rund 850.000 New Yorker haben sich seit Mitte März arbeitslos gemeldet. Und nicht nur die fragen sich, wann die Rückkehr in eine Nach-Corona-Zeit beginnen kann:

    "Wir sagen den New Yorkern seit Wochen, dass wir als Stadt drei Indikatoren haben, an denen wir festmachen, wann wir die Vorschriften lockern können. Und der Bundesstaat hat sieben Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen. Die Entwicklung geht in die richtige Richtung, aber das reicht noch nicht." Bill de Blasio, Bürgermeister New York City

    Strenge Regeln des Bundestaates New York

    Bisher haben nur einige ländliche Regionen die strengen Regeln des Bundestaates New York erfüllt. Etwa, dass im Schnitt nicht mehr als zwei von 100.000 Bewohnern pro Tag ins Krankenhaus kommen, eine bestimmte Zahl von Notfallbetten in den Kliniken frei ist und genügend Corona-Tests gemacht werden. Für die Millionenmetropole New York City sind das hohe Hürden.

    Denn vor Juni werde man keinesfalls alle Voraussetzungen erfüllen können, so de Blasio. Mitte Juni könne man vielleicht mit Lockerungen beginnen. "Der Bundesstaat hat ja bereits einen Rahmen vorgegeben", erklärt de Blasio. "Ich werde jetzt versuchen, diesen Rahmen in den kommenden Wochen zu füllen, damit die New Yorker wissen, wie eine Öffnung aussehen könnte, wenn wir soweit sind."

    • Coronavirus: Alles Wissenswerte finden Sie hier.

    Fehlende Abstimmung - widersprüchliche Vorgaben

    De Blasios Problem: Gouverneur Cuomo hat seinen Fahrplan nicht mit der Stadt abgestimmt. Zum Teil widersprechen sich sogar die Vorgaben. Auch in der Corona-Krise sind sich die beiden Männer in herzlicher Abneigung verbunden. Wobei Cuomo immer am längeren Hebel sitzt. Während die ersten Regionen im Norden und in der Mitte des Bundesstaates schon mit der Öffnung begonnen haben, bleiben dem Bürgermeister von New York City nur Durchhalteparolen:

    "Ich will uns sicher durch den Sommer bringen – vielleicht mit einigen Lockerungen. Entscheidend ist dann der September, ob wir dann die Schulen wie üblich öffnen können. Das wäre ein guter Start, weil dann ohnehin die Sommerpause endet und alle einen Gang hochschalten." Bill de Blasio, Bürgermeister New York City

    Keine Hilfe aus Washington

    Bis dahin heißt es für die meisten New Yorker: irgendwie durchhalten. Denn ohne Kinderbetreuung können die meisten auch nicht wieder Vollzeit arbeiten. Und die schmale Arbeitslosenunterstützung reicht kaum, um die horrenden Mieten zu bezahlen. Derweil steht auch die Stadt vor der Pleite: kaum Steuereinnahmen und kein Tourismus. Schon jetzt fehlen New York City sieben Milliarden Dollar. Doch US-Präsident Trump denkt gar nicht daran, seiner Heimatstadt unter die Arme zu greifen – trotz wiederholter Appelle des Bürgermeisters:

    "Ich weiß nicht, was sich manche Leute in Washington denken. Wir sind das Epizentrum der Krise. Wir spielen auch die Schlüsselrolle beim Wiederaufbau der Wirtschaft des gesamten Landes. Wenn wir nicht schnell wieder auf die Beine kommen und unseren Verpflichtungen nachkommen können, dann wird sich nicht nur New York City, dann wird sich das ganze Land nicht so schnell von dieser Krise erholen können." Bill de Blasio, Bürgermeister New York City

    "Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!