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Neuseeland: Rückholaktion der Bundesregierung läuft an | BR24

© picture alliance / Wolfgang Minich

Ein Flugzeug der Luftwaffe bei einer Rückholungsaktion

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    Neuseeland: Rückholaktion der Bundesregierung läuft an

    In Neuseeland sind wegen der Corona-Krise so viele deutsche Touristen wie in keinem anderen Land gestrandet. Nach tagelangem Warten sollen die Rückflüge über das Rückholungsprogramm der Bundesregierung jetzt starten.

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    Wegen der Corona-Krise sitzen deutsche Urlauber auf der ganzen Welt fest - die meisten in Neuseeland. Das Rückholungsprogramm der Bundesregierung soll dort jetzt starten und die Betroffenen nach tagelangem Warten nach Hause bringen.

    Einer der 12.000 Deutschen, die momentan noch in Neuseeland sind, ist Malte Führing. Eigentlich war er mit seiner Frau auf Hochzeitsreise, dann aber ist er gestrandet in Christchurch auf der Südinsel des Landes. Gerade checkt er jede halbe Stunde sein Postfach, ob da nicht eine Mail vom Rückholprogramm der Bundesregierung liegt. Denn wenn sie da ist, muss alles schnell gehen. Dann habe man "nur wenige Stunden Zeit, das zu bestätigen und kann sich dann gleich mit gepackten Koffern und Rucksäcken auf den Weg zum Flughafen machen."

    Fahrt zum Flughafen trotz Ausgangssperre erlaubt

    In den vergangenen Tagen wäre das nicht möglich gewesen, sagt Führing. Doch jetzt habe die neuseeländische Regierung die Ausgangssperre gelockert: Der Weg der Touristen zu den Flughäfen gelte jetzt als "dringend notwendig", die Fahrt mit Bus oder Taxi sei möglich. Also keine Sorge mehr, zum Flughafen zwei Stunden lang laufen zu müssen. Nur so richtig losgehen wird es wohl auf der Südinsel erst am Montag, zunächst sollen nach Information des Hamburger Journalisten die Deutschen ausgeflogen werden, die sich auf der Nordinsel befinden.

    Die neuseeländische Regierung hatte aus Sorge vor einer Corona-Ausbreitung das Land weitgehend dicht gemacht. Um den Transport der Deutschen zu den Flughäfen zu ermöglichen, sagt die Sprecherin des Auswärtigen Amtes, Maria Adebahr, seien intensive Gespräche geführt worden. Außenminister Heiko Maas telefonierte mit seinem neuseeländischen Kollegen Winston Peters.

    Das Auswärtige Amt handelt nach Prioritätenliste

    Die Bundesregierung hatte vor rund zwei Wochen das Rückholprogramm gestartet, gemeinsam mit Reiseveranstaltern und Fluglinien. Das Auswärtige Amt hatte dafür auch zahlreiche Maschinen gechartert. Dabei gab es laut Adebahr eine Prioritätenliste: So habe man vor allem die Länder im Blick, in denen deutsche Touristen "keine normale kommerzielle Rückflugmöglichkeit" haben – sprich: wo alle Flüge gestrichen sind. Mit jedem Tag sei der Flugverkehr immer weiter eingeschränkt worden, funktioniere nicht mehr.

    Über das Rückholprogramm sind laut Adebahr knapp 200.000 Deutsche heimgeflogen worden. Eine von ihnen ist die 18-jährige Marlene aus der Nähe von Hannover. Sie war mit dem Freiwilligendienst "Weltwärts" des Entwicklungshilfeministeriums in Ghana, hat in der Hauptstadt Accra in einer kleinen Schule Kindern Deutsch beigebracht. Marlene sagt, dass sie sich im Rückholprogramm gut aufgehoben gefühlt hat. Übersichtliche Listen, in die man sich eintragen konnte. Vor dem Abflug sei bei allen noch Temperatur gemessen worden. Bei der Ankunft in Frankfurt sei sie von ihrer Familie abgeholt worden. Ihre Mutter habe sich das nicht nehmen lassen, auch wenn das jetzt zwei Wochen selbstverordnete Quarantäne für die Familie bedeute. "Wir halten uns auch erst mal von unserer Großmutter fern, damit wir sie halt gegebenenfalls nicht auch noch anstecken."

    Wer bezahlt am Ende die Flüge?

    50 Millionen Euro hatte das Auswärtige Amt zunächst für die Rückholaktion für Deutsche im Ausland veranschlagt. Ob die Betroffenen später zur Kasse gebeten werden, dazu hält sich das Auswärtige Amt derzeit bedeckt. Für solche Fälle gilt das Konsulargesetz, in dem es sinngemäß heißt: Unter bestimmten Umständen, etwa wenn es die Verhältnisse der Heimgeholten nicht hergeben, kann auf eine Rückzahlung verzichtet werden.

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