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Neue Verkehrsregeln für Autofahrer und Radler | BR24

© dpa / Stephan Jansen

Straßenverkehr in der Münchner Innenstadt (Archivbild).

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    Neue Verkehrsregeln für Autofahrer und Radler

    Autofahrer müssen künftig mit deftigeren Strafen bei Verstößen im Straßenverkehr rechnen. Mit den schärferen Regeln für Pkw-Fahrer, die schnellstmöglich umgesetzt werden sollen, soll das Radfahren sicherer und attraktiver werden.

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    In der Straßenverkehrsordnung (StVO) gibt es wichtige Änderungen. Mit den neuen Regeln sollen Autofahrer zu mehr Rücksichtnahme auf Radler angehalten werden, um dadurch das Radfahren sicherer und attraktiver zu machen. Der Bundesrat hatte Mitte Februar den Weg für die neuen Verkehrsregeln freigemacht. Die Novelle der StVO soll laut Verkehrsministerium schnellstmöglich umgesetzt werden. Dem ADFC zufolge könnte sie in diesen Tagen in Kraft treten. Die neuen Verkehrsregeln gelten, sobald sie im Bundesgesetzblatt veröffentlicht wurden.

    Das ändert sich für Lkw- und Autofahrer:

    Überholabstand von mindestens 1,50 Meter

    Beim Überholen von Radlern müssen künftig mindestens 1,50 Meter eingehalten werden - es gibt somit also faktisch ein Überholverbot an Stellen, die nicht breit genug sind. Der Innenminister Joachim Herrmann (CSU) erwartet, dass jeder Autofahrer sich daran hält, auch wenn er schätzt, dass es wohl eine Weile dauern wird, bis es alle intus haben.

    Herrmann rechnet jetzt schon mit Radfahrern, die sich darüber beschweren, dass die Abstände nicht eingehalten werden. "Dann wird die Polizei auch dann dort ganz gezielt kontrollieren", so der bayerische Innenminister.

    Zuparken von Geh- und Radwegen wird teurer

    Die Bußgelder für das Parken auf Geh- und Radwegen sowie das Halten auf Schutzstreifen werden angehoben. Die bisherigen Strafen von 15 bis 30 Euro werden auf 55 bis 100 Euro erhöht. Bei Behinderung gibt es einen Punkt in Flensburg.

    Auch das Halten auf sogenannten "Schutzstreifen" - Fahrbahnmarkierungen für den Radverkehr mit gestrichelter Linie und Fahrradsymbol - ist nun verboten. "Früher durfte man dort legal für drei Minuten halten. Das ist jetzt auch verboten, weil es sich doch als große Gefährdung für den Radverkehr herausgestellt hat, so dass das eben in Zukunft eine absolutes Halteverbot ist", erklärt Andreas Groh, stellvertretender Vorsitzer vom Fahrradverband ADFC in München.

    Auch andere Parkverstöße werden teurer, etwa das Halten in zweiter Reihe. Im Moment drohen 15 Euro Bußgeld fürs Halten, 20 Euro beim Parken. Die neue StVO wird Halten in zweiter Reihe deutlich härter bestrafen: 55 Euro und bei Behinderung sogar 100 Euro sowie einen Punkt in Flensburg. Das gilt auch für Lkw.

    Gedankenloses Abbiegen und Tür-Aufmachen wird teurer

    Wer ohne Schulterblick abbiegt und dadurch einen Radler gefährdet, zahlt statt bisher 70 bis zu 140 Euro plus einen Monat Fahrverbot. Wer ohne zu Schauen einfach die Autotür aufmacht und so einen Fahrradfahrer in Gefahr bringt, zahlt nun statt 20 künftig 40 Euro.

    Lkw: Abbiegen nur noch in Schrittgeschwindigkeit

    Zur Vermeidung schwerer Unfälle dürfen Lkw über 3,5 Tonnen und Busse innerorts künftig nur noch in Schrittgeschwindigkeit (7 bis 11 km/h) rechts abbiegen. ­Verstöße kosten 70 Euro Bußgeld, und es gibt einen Punkt in Flensburg.

    "Durch die hohe Geschwindigkeit der Abbiegenden haben die einfach kaum eine Chance, überhaupt ausreichend in ihre Spiegel zu gucken, sofern sie richtig eingestellt sind und das ist einfach eine tragische Situation für alle", sagt Andreas Groh vom ADFC München.

    Das ändert sich für Radlfahrer:

    Nebeneinanderfahren erlaubt

    Mit der Novelle der Straßenverkehrsordnung ist es nun erlaubt, dass Fahrradfahrer zu zweit nebeneinanderher fahren - solange auf der Straße genug Platz ist und andere Verkehrsteilnehmer nicht behindert werden.

    Zum Schutz der Fußgänger wird das Bußgeld für Fahrradfahren auf Gehwegen von 10 bis 25 auf 55 bis 100 Euro erhöht.

    Künftig dürfen auch Jugendliche und Erwachsene in Lastenrädern mitfahren - bisher war dies nur für Kinder bis einschließlich sieben Jahren erlaubt. Außerdem soll es extra Parkplätze für Lastenfahrräder geben.

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