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EU sieht Chance auf Einigung beim Brexit | BR24

© Holger Romann

Es gibt Fortschritte bei einer Einigung der EU mit Großbritannien. Nach einer Beratung des britischen Brexit-Minister Steve Barclay mit EU-Verhandlungsführer Michel Barnier sprach die EU-Kommission von einem "konstruktiven Treffen".

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EU sieht Chance auf Einigung beim Brexit

Es gibt Fortschritte bei einer Einigung der EU mit Großbritannien. Nach einer Beratung des britischen Brexit-Ministers Steve Barclay mit EU-Verhandlungsführer Michel Barnier sprach die EU-Kommission von einem "konstruktiven Treffen".

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Im Brexit-Streit sieht die Europäische Union offenbar wieder Chancen auf eine Einigung. Aus Brüssel hieß es, nach unerwarteten Fortschritten im Brexit-Streit sehe die Europäische Union neue Einigungschancen und startet eine weitere intensive Verhandlungsrunde mit Großbritannien. Entsprechende Berichte bestätigten Diplomaten am Freitag der Deutschen Presse-Agentur in Brüssel.

Barnier informierte am Nachmittag die EU-Botschafter der 27 anderen EU-Mitgliedstaaten über vorausgegangene Gespräche mit dem britischen Brexit-Minister Steve Barclay. Dabei ging es um die Frage, ob weitere Gespräche mit London zu einem Abkommen noch sinnvoll sind. Barnier bezeichnete das Treffen mit Barclay als "konstruktiv". Die EU brauche aber "Geduld" und müsse entschlossen und wachsam bleiben. "Ich habe schon gesagt, dass der Brexit so ist, wie einen Berg zu besteigen."

Grünes Licht für neue Verhandlungen

Die EU-Staaten haben grünes Licht für detaillierte Verhandlungen über ein Brexit-Abkommen mit Großbritannien gegeben. EU-Verhandlungsführer Michel Barnier könne nun vor dem EU-Gipfel kommende Woche "intensive" Gespräche mit der britischen Seite beginnen, sagten zwei EU-Diplomaten der Nachrichtenagentur AFP. Der britische Premierminister Boris Johnson will sein Land am 31. Oktober aus der EU führen, notfalls auch ohne Abkommen mit der EU.

Handel zwischen Irland und Nordirland soll "dezentral" kontrolliert werden

Der entscheidende Knackpunkt ist die Frage, wie die Grenze zwischen dem britischen Nordirland und dem EU-Nachbarn Irland offen gehalten werden kann. Am Donnerstag waren der britische Regierungschef Boris Johnson und sein irischer Kollege Leo Varadkar überraschend einer Lösung näher gekommen. Johnson hatte einen neuen Vorschlag unterbreitet, nachdem die britische Provinz Nordirland nach dem Brexit in einer Zollunion mit Großbritannien bleiben soll. Kontrollen im Warenhandel mit Irland sollen aber nicht an der Grenze, sondern nur "dezentralisiert" über Online-Formulare und Überprüfungen auf Firmengeländen und entlang der Lieferkette erfolgen.