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Bildrechte: pa/dpa/Bernd Weissbrod

Geimpfte und Genesene dürfen künftig auch nach 22 Uhr auf die Straße. Für alle anderen bleibt sie aber weiter in Kraft. Das Bundesverfassungsgericht hat mehrere Eilanträge dagegen abgewiesen. Das macht Kontrollen allerdings umso schwieriger.

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Neue Freiheit für Geimpfte: So funktioniert es in der Praxis

Bayern gibt Geimpften und Genesenen wieder mehr Freiheiten. Als Nachweis zählt der Impfpass oder eine entsprechende schriftliche Bestätigung. Genesene weisen ihre überstandene Infektion mit einem alten PCR-Test nach. Wie wird das kontrolliert?

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Von
  • Stefanie Wagner

Seit heute fallen in Bayern für Menschen mit einem vollen Corona-Impfschutz oder nach einer überstandenen Corona-Erkrankung viele Einschränkungen weg. Auch für die junge Frau aus Fürstenfeldbruck, die in der Münchner Innenstadt einkauft - und die neuen Freiheiten sichtlich genießt:

"Es verschafft auf jeden Fall mehr Flexibilität. Sonst musste man das immer davor planen, dass man den Test hatte, der dann nur 24 Stunden zählt, und dann alle Geschäfte am Stück abklappern. Jetzt kann ich spontaner sagen, ich brauch noch schnell was. " Andrea aus Fürstenfeldbruck

Die 29-jährige Klinik-Mitarbeiterin ist bereits zweifach geimpft. Bevor es ins Geschäft geht, wird sie am Eingang kontrolliert. Die Papiere dafür hat die junge Frau parat: Den Impfausweis, dazu einen Nachweis vom Impfzentrum. Tatsächlich geht alles sehr schnell: Eine Mitarbeiterin prüft den Impfpass, dann darf Andrea hinein. Wäre sie eine "Genesene", müsste sie stattdessen ihre überstandene Infektion mit einem PCR-Testergebnis aus der Zeit der Erkrankung Zeit nachweisen.

Zufriedenheit auch beim Einzelhandel

Der bayerische Einzelhandel ist ebenfalls zufrieden mit der neuen Regelung und hofft, dass dadurch das Einkaufen für viele Kunden wieder attraktiver wird. Ein Blick in den Impfpass, und die Kunden dürfen in den Laden. Das, so Sprecher Bernd Ohlmann, erleichtere die Sache ungemein.

Ohlmann stellt klar: In den Geschäften werden die Mitarbeiter genau hinschauen. Und bei Zweifeln an der Echtheit der Dokumente Kunden auch abweisen: "Wir wissen sehr wohl, dass es auch gefälschte Ausweise im Netz gibt, aber wir glauben natürlich an das Gute im Menschen. Und wir gehen davon aus, dass 99 Prozent einen echten Impfausweis vorlegen. Klar, schwarze Schafe gibt es überall, aber wir sind nicht das Gesundheitsamt und auch nicht die Polizei."

Die Polizei selbst kontrolliert natürlich auch. Nicht zuletzt, weil die nächtliche Ausgangssperre, die in Landkreisen mit einer 7-Tage-Inzidenz über 100 gilt, seit heute für Geimpfte und Genesene entfällt (Lesen Sie hier, wer damit genau gemeint ist.) Kontrolliert wird durch die Polizei.

Innenminister Herrmann rät dringend zu Impf-Ehrlichkeit

Mit gefälschten Impfnachweisen im großen Stil rechnet Innenminister Joachim Herrmann nicht:

"Es muss ja insgesamt auch glaubwürdig sein. Jeder weiß, es ist leicht zu überprüfen. Wenn der Polizist Zweifel hat, selbst wenn er am nächsten Tag erst nachfragen kann: Die Frage, ob jemand wirklich zweifach geimpft worden ist, die lässt sich leicht klären. Ich kann nur allen dringend raten, das zu beachten." Bayerns Innenminister Joachim Herrmann

Der Innenminister betont: Wer bei der Kontrolle einen gefälschten oder fremden Impfpass vorlegt, begeht eine Urkundenfälschung und macht sich strafbar.

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