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Verschneite Häuser auf der Bettmeralp im Wallis, im Jahr 2018

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    Neue Corona-Variante: Schweiz sucht tausende eingereiste Briten

    Im Zusammenhang mit der in Großbritannien entdeckten neuen Coronavirus-Variante läuft in der Schweiz eine Suche nach einigen Tausend jüngst eingereisten Briten. Für sie hatten die Behörden der Eidgenossenschaft rückwirkend Quarantäne angeordnet.

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    Von
    • Dietrich Karl Mäurer

    Seit Wochen vermelden die Schweizer Gesundheitsbehörden hohe Corona-Fallzahlen. Die Krankenhäuser sind an der Belastungsgrenze. Entsprechend groß ist in der Eidgenossenschaft die Angst vor der nun aufgetauchten mutierten Virusvariante.

    Expertin: Mutation könnte bereits in der Schweiz sein

    Denn sie ist nach ersten Erkenntnissen deutlich ansteckender als die bisher bekannte Form. "Infektionen, welche durch diese Variante verursacht werden, würden sich jede Woche verdoppeln", schildert Tanja Stadler von der wissenschaftlichen Covid-19-Taskforce der Schweiz. Ein düsteres Szenario.

    Dabei scheint sie davon auszugehen, dass dieser Virustyp bereits die Eidgenossenschaft erreicht haben könnte: "Auch wenn wir zurzeit vielleicht nur wenig Fälle mit dieser Variante aus Großbritannien haben. Schnell könnten es dadurch mehr werden. Diese Infektionen kommen dann noch zu den sehr hohen Fallzahlen, die wir in der Schweiz bereits wegen der anderen Varianten haben", so Stadler.

    Einreiseverbot für Menschen aus Großbritannien und Südafrika

    Um eine zusätzliche Belastung zu verhindern gilt in der Schweiz ein Einreiseverbot für Personen aus Großbritannien und Südafrika. Rückwirkend wurde eine Quarantäne-Pflicht für alle verhängt, die nach dem 14. Dezember aus diesen beiden Ländern eingereist sind. Das betrifft viele Britinnen und Briten, die für einen Weihnachts-Ski-Urlaub in die Schweiz gekommen sind. Denn trotz der angespannten Lage haben einige Wintersportgebiete geöffnet.

    Gut zehntausend Personen kamen im betreffenden Zeitraum per Flugzeug aus dem Vereinigten Königreich in die Eidgenossenschaft. Aber auch diejenigen, die mit dem Auto eingereist sind, sollen ausfindig gemacht werden, erläuterte bereits gestern Patrick Mathys vom Berner Bundesamt für Gesundheit: "Unser Ziel ist es wirklich, möglichst alle erreichen zu können, ihnen die entsprechende Information geben zu können und den Kantonen eben zu ermöglichen, dass sie diese Maßnahmen auch umsetzen können."

    Gezielte Massen- und Screeningtests geplant

    Von Fluggesellschaften wurden sämtliche Passagierlisten angefordert. Auch hofft man auf die Unterstützung von Reiseveranstaltern. Geplant waren Tests und im Falle nachgewiesener Infektionen eine Rückverfolgung der Kontaktpersonen. Auch wenn die Details dazu zunächst noch nicht klar waren, sei man bei der "Frage der Tests, gezielter Tests, Massentests, Screeningtests (...) in Diskussion. Wir werden hier mit den Kantonen nach den sinnvollsten und zielführendsten Lösungen suchen", so Mathys.

    Via Twitter wurden nun die britischen Urlauberinnen und Urlauber vom Schweizer Bundesamt für Gesundheit aufgefordert, in ihren Hotelzimmern beziehungsweise Unterkünften zu bleiben. Bei Nichtbeachtung drohe eine Strafe von 10.000 Franken.

    Pisten bleiben vorerst geöffnet

    Dieser Tage zeigt sich, dass die Schweizer Kantone ganz verschieden mit der Lage umgehen, mit unterschiedlichen Konsequenzen für die Skigebiete. In der Zentral- und Ostschweiz stellten die Bergbahnen den Betrieb ein. In Graubünden, in Bern, im Wallis und sogar im Tessin sollen die Ski- und Snowboardpisten auch an den Weihnachtstagen geöffnet bleiben - je nach Infektionslage und Auslastung der Krankenhäuser.

    Rudolf Hauri, der Präsident der Vereinigung der Kantonsärztinnen und Kantonsärzte appellierte daher: "Für die bevorstehenden Weihnachts- und Feiertage ist nun viel Zurückhaltung gefordert." Das betreffe vor allem das Einhalten der Regeln beim Feiern, beim Wintersport und bei Besuchen in Heimen und Spitälern, wo sie überhaupt noch möglich sind. "Damit sie überhaupt und hoffentlich möglich bleiben", so Hauri.

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