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Offline: Die Social-Media-Plattform Parler

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    Netzwerk Parler klagt gegen Sperrung durch Amazon

    Amazon, Google und Apple haben dafür gesorgt, dass die Social-Media-Plattform Parler offline gehen musste. Die App kann nicht mehr heruntergeladen werden. Amazon hat Parler aus seinem Cloud Hosting gelöscht. Dagegen klagt Parler.

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    Von
    • Katharina Wilhelm
    • Sissi Pitzer

    Dass Parler, ein ähnlicher, wenn auch nicht so reichweitenstarker Chatdienst wie Twitter, nicht mehr erreichbar ist, hat vor allem bei Konservativen in den USA für Kritik gesorgt. Andere glauben, die Abschaltung sei wichtig, um weitere Gewaltaufrufe zu verhindern. Parler hat angekündigt, dagegen vor Gericht zu ziehen.

    Meinungsfreiheit eingeschränkt?

    Nach der Löschung von Trumps Twitter-Account erlebte Parler einen kurzfristigen Hype, viele Trump-Anhänger wichen zu diesem Social-Media-Dienst aus. Dann sperrte zunächst Google und einen Tag später auch Apple Parler in ihren App-Stores.

    Amazon hatte vorigen Sonntag das Netzwerk von seinem Cloud-Hosting-Angebot gelöscht und das Soziale Netzwerk damit gezwungen, offline zu gehen. Parler-Chef John Matze warf den Tech-Unternehmen bei Fox News vor: "Sie tun dies, um freie Meinungsäußerung und Wettbewerb in diesem Markt zu ersticken."

    Das im Bundesstaat Nevada ansässige Unternehmen ist nun vor ein Bundesgericht gezogen und will Amazon verklagen – und somit erwirken, dass Amazon Parler wieder online gehen lässt.

    Social-Media-Dienst für Konservative und Verschwörungsideologien

    Parler ist eine noch recht junge Plattform, die ähnlich wie Twitter funktioniert. Statt Retweets gibt es hier Echos. In den USA gilt das Netzwerk als ein Sammelbecken für Menschen mit konservativen Ansichten, aber auch für Verschwörungstheoretiker und fanatische Trump-Anhänger. Auch einige Profile der rechtsextremen so genannten "Identitären Bewegung" finden sich dort.

    Parler wirbt damit, dass es auf der Plattform Meinungsfreiheit gebe und die User nicht kontrolliert würden. Parler hat eine weitaus geringere Reichweite als Twitter oder Facebook, auch wenn rund um die US-Präsidentschaftswahl die Zahl der Nutzer stetig gestiegen ist.

    Aufrufe zu Gewalt

    Vor und nach den Attacken auf das US-Kapitol wurden auf Parler Botschaften mit Aufrufen zu Gewalt veröffentlicht. US-Medien zitieren Postings, in denen es heißt, man solle liberale Führungspersönlichkeiten töten.

    "Viele User, die wegen solcher Aussagen von Twitter gesperrt wurden, haben danach einen Parler-Account eingerichtet und sind mit ihren Followern dahin umgezogen," sagte Kevin Roose, ein Technikkolumnist der "New York Times", beim TV-Sender CBS.

    Zweierlei Maß

    Konservative Stimmen werfen Twitter hingegen vor, scheinheilig zu sein – und Postings mit Gewaltaufrufen selbst nicht konsequent zu bekämpfen. Beispielsweise sei der Hashtag #hangMikePence stundenlang in den Trends von Twitter auffindbar gewesen, bevor das Unternehmen dagegen vorging.

    Mehr zum Thema im Podcast "Ein Thema, drei Köpfe".

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