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Stromtrasse Suedlink: Tennet sieht 135 Kilometer in Bayern vor | BR24

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Die Netzbetreiber haben den genauen Verlauf der zentralen Stromautobahn Suedlink durch Deutschland vorgelegt. Demnach soll ein 135 Kilometer langer Streckenabschnitt durch Unterfranken führen.

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Stromtrasse Suedlink: Tennet sieht 135 Kilometer in Bayern vor

Die Netzbetreiber haben den genauen Verlauf der zentralen Stromautobahn Suedlink durch Deutschland vorgelegt. Demnach soll ein 135 Kilometer langer Streckenabschnitt durch Unterfranken führen.

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Die Netzbetreiber Tennet und TransnetBW haben ihre Pläne für die Stromtrasse "Suedlink" von Nord- nach Süddeutschland vorgelegt, die einen 135 Kilometer langen Abschnitt durch Unterfranken vorsehen. Demnach soll die Trasse von Schleswig-Holstein aus westlich an Hannover vorbei über Nordhessen und Südthüringen nach Bayern und Baden-Württemberg gebaut werden. Die Netzbetreiber wollen ihren Vorschlag in der nächsten Woche bei der Bundesnetzagentur einreichen.

Die Hochspannungstrasse soll Windstrom von der Elbmündung bis nach Bayern und Baden-Württemberg transportieren und nach dem Willen der Politik 2025 fertig sein. "Das ist ein extrem ambitioniertes Ziel", sagte Christoph Schulze-Wischeler, Leiter Netzausbau bei Tennet, am Donnerstag in Berlin.

Mit Widerstand von Anwohnern wird gerechnet

Dafür müsse alles reibungslos mit maximaler Beschleunigung und ohne Klagen verlaufen. Dies gilt jedoch als wenig wahrscheinlich. Mit Widerstand rechnen die Netzbetreiber vor allem in Thüringen, wo etwa 80 Kilometer verlaufen werden. Die Trasse soll jetzt auch etwa 60 Kilometer durch Hessen führen. In Niedersachsen soll sie weiter westlich an Hannover und Hildesheim als in der bisherigen Planung vorbeiführen.

Suedlink ist ein Kernvorhaben der Energiewende und eine von drei großen Nord-Süd-Stromautobahnen. Mit dem Windstrom aus dem Norden soll vor allem der Strom aus Atomkraftwerken im Süden ersetzt werden, die bis 2022 abgeschaltet werden. Aufgrund des erwarteten Widerstandes von Anwohnern sollen die Kabel etwa 1,80 Meter unter die Erde verlegt werden. Mit etwa 50.000 Grundstückseigentümern müssen Tennet und der südwestdeutsche Netzbetreiber TransnetBW verhandeln.

Kosten werden auf Stromkunden umgelegt

Das Projekt wird derzeit mit etwa zehn Milliarden Euro veranschlagt. Die Kosten werden auf die Stromkunden umgelegt. Die Netzgebühren machen rund ein Viertel des Preises für Privathaushalte aus. Die Netzbetreiber erklärten aber, es gebe bei Suedlink gute Chancen, dass es deutlich günstiger werde, wenn eine neue Technik zum Einsatz kommen könne.

Mindestens vier Jahre lang wird gebaut

Der jetzt vorgelegte Trassenverlauf wird der Bundesnetzagentur zur Prüfung gegeben und kann sich auch im Zuge der Bürgerbeteiligung noch leicht ändern. Die Betreiber hatten Wasserschutzgebiete, Bodenbeschaffenheit oder Aspekte des Artenschutzes für ihren Vorschlag jetzt genauer unter die Lupe genommen. Ende des Jahres könnte die Netzagentur dann einen bis auf 1.000 Meter genauen Korridor bestimmen. Die Trasse selbst wird nach Angaben der Betreiber eine Breite zwischen 15 und 30 Metern benötigen. Im besten Fall würden die Planfeststellungsverfahren Ende 2021 abgeschlossen sein. Die Bauzeit wird mit mindestens vier Jahren kalkuliert.

Neben den drei festgelegten Nord-Süd-Stromtrassen werden bereits zwei weitere von Netzbetreibern vorgeschlagen. Ob diese auch gebaut werden müssen, ist aber noch offen.