BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© BR
Bildrechte: BR

Die Kämpfe zwischen Israel und den Palästinensern sind auch heute weitergegangen. Israel bombardierte Häuser von Funktionären der radikal-islamischen Hamas im Gaza-Streifen. Die wiederum schoss Raketen auf Israel ab.

Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Netanjahu: Angriffe auf Hamas mit voller Kraft fortsetzen

Die Militäroperation im Gazastreifen werde mit "voller Kraft" fortgesetzt, sagt der israelische Ministerpräsident in einer Fernsehansprache. Die radikalislamische Organisation Hamas müsse einen hohen Preis für die Raketenangriffe auf Israel zahlen.

Per Mail sharen
Von
  • BR24 Redaktion

Israel wird nach den Worten von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu seine Angriffe auf Hamas-Strukturen im Gazastreifen fortsetzen. In einer Fernsehansprache am Sonntagabend erklärte Netanjahu, die Militäroperation werde mit "voller Kraft" weitergehen, weil die radikalislamische Organisation für die von ihr zu verantwortenden Raketenangriffe auf Israel "einen hohen Preis" zahlen müsse. Das werde einige Zeit dauern.

Fast 200 Tote bisher

Die seit dem 10. Mai andauernden Gefechte mit Raketensalven seitens der Palästinenser und Luftangriffen der Israelis sind die schwersten seit dem Gaza-Krieg 2014. Allein am Sonntag kamen nach Angaben palästinensischer Rettungsdienste mindestens 42 Menschen in der dicht besiedelten Innenstadt ums Leben, als israelische Luftangriffe kurz nach Mitternacht drei Gebäude zerstörten.

Die Zahl der Toten auf palästinensischer Seite stieg damit auf mindestens 188, darunter 55 Kinder und 33 Frauen. 1.230 Menschen wurden verletzt. In Israel wurden von Raketen militanter Palästinensergruppen acht Menschen getötet, darunter ein fünfjähriger Junge.

Wie gut ist die Raketenabwehr wirklich?

Bislang wurden nach israelischen Angaben fast 2.900 Raketen aus dem Gazastreifen in Richtung Israel geschossen. Von den palästinensischen Raketen sind nach israelischen Angaben 450 abgestürzt oder vom Kurs abgekommen. Die Raketenabwehr fing etwa 1.150 ab. Das ist deutlich weniger als die von Israel zu Beginn des Schlagabtausches genannte Abfangquote von 90 Prozent.

Häuser von Hamas-Führern gezielt angegriffen

Das israelische Militär hat erklärt, es nehme Ziele in dem von zwei Millionen Menschen bewohnten Küstenstreifen ins Visier, die zur "terroristischen Infrastruktur" der Hamas gehörten. Bei einem Luftangriff mit vorheriger Warnung wurde am Samstag ein Hochhaus eingeebnet, in dem sich Büros der Nachrichtenagentur AP und anderer Medien befanden. Durch die Vorwarnung konnte das Gebäude rechtzeitig geräumt werden, so dass es keine Toten und Verletzten gab.

Eine neue Dimension waren Angriffe auf Häuser von Mitgliedern der politischen Führung der Hamas. Bis Samstag hatte Israel gezielt militärische Kader der Organisation angegriffen. In der Nacht zu Sonntag griff das Militär die Häuser der Hamas-Politfunktionäre Jehijeh Sinwar und Chalil al-Hajeh an, wobei es als unwahrscheinlich galt, dass diese daheim waren. Sinwar gilt als der ranghöchste Hamas-Vertreter im Gazastreifen. Militärsprecher Hidai Silberman sagte im Armeeradio, auch das Haus von Sinwars Bruder sei zerstört worden.

So viel Zerstörung wie möglich, bevor der Friede kommt

Offenbar hat Israel seine Angriffe verstärkt, um der militant islamistischen Hamas so viele Verluste wie möglich zuzufügen, während internationale Vermittlungsversuche verstärkt werden. Ein ranghoher US-Diplomat ist in der Region, um zu versuchen, die Lage zu deeskalieren. Eine Sitzung des Weltsicherheitsrats war für Sonntag New Yorker Zeit angesetzt.

Angesichts der Eskalation der Gewalt zwischen Israel und den Palästinensern hat UN-Generalsekretär António Guterres vor einer "unkontrollierbaren" Krise in der ganzen Region gewarnt. "Dieser sinnlose Kreislauf aus Blutvergießen, Terror und Zerstörung muss sofort beendet werden", forderte Guterres zum Auftakt einer Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrates zum Nahost-Konflikt am Sonntag.

"Das Kämpfen muss aufhören. Es muss sofort aufhören." UN-Generalsekretär António Guterres

Zerstörung von Medienbüros "äußerst besorgniserregend"

Die Gewalt, durch die binnen einer Woche fast 200 Menschen getötet wurden, sei "absolut fürchterlich". Guterres kritisierte auch die israelischen Angriffe auf ein Gebäude mit Büros der zwei großen Nachrichtenhäuser Al-Jazeera und Associated Press (AP) am Samstag. "Journalisten müssen frei von Angst und Schikanen arbeiten können. Die Zerstörung von Medienbüros in Gaza ist äußerst besorgniserregend", sagte der UN-Generalsekretär.

© BR
Bildrechte: BR

Eine Woche wird im Nahen Osten schon gekämpft. Etwa 200 Menschen kamen bereits ums Leben. Die UNO ruft zum Waffenstillstand auf. Laut Konfliktforscher Stephan Stetter ist noch kein Friede in Sicht, die Gefechte werden noch einige Tage andauern.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!