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Nawalnys Gesundheitszustand verschlechtert - Ärztin in Sorge | BR24

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Der Kreml-Kritiker Alexej Nawalny kämpft in Gefangenschaft offenbar mit immer stärkeren gesundheitlichen Problemen. Mit einem Hungerstreik will er eine besser medizinische Behandlung erreichen. Nawalnys Anwältin und seine Ärztin sorgen sich.

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Nawalnys Gesundheitszustand verschlechtert - Ärztin in Sorge

Der Kreml-Kritiker Alexej Nawalny kämpft in Gefangenschaft offenbar mit immer stärkeren gesundheitlichen Problemen. Mit einem Hungerstreik will er eine bessere medizinische Behandlung erreichen. Nawalnys Anwältin und seine Ärztin sorgen sich.

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Von
  • Stephan Laack

Der Gesundheitszustand des inhaftierten Kremlkritikers Alexej Nawalny hat sich weiter verschlechtert. Der 44-Jährige ist auf eine medizinische Station seines Straflagers verlegt worden. Nach eigenen Angaben leidet er jetzt auch unter starkem Husten und Fieber.

Schon vorher hatte er über starke Rückenschmerzen und Taubheitsgefühl in den Beinen geklagt. Seine Anwältin Olga Michailowa hatte gestern in einem Interview mit dem unabhängigen Telekanal Doschd gesagt, dass ihr Mandant nach wie vor keine angemessene medizinische Behandlung bekäme.

Keine ärztliche Behandlung?

"Ich weiß ausschließlich aus den Medien, dass er in eine medizinische Abteilung des Straflagers gebracht wurde. Eigentlich handelt es sich nur um einen Raum, in dem es lediglich einen Krankenpfleger gibt", so Michailowa. Es gebe dort keine Ärzte und die gesamte medizinische Hilfe in der Strafkolonie werde von einem Sanitäter durchgeführt, der dort arbeitet. Michailowa ist laut eigener Aussage unbekannt, ob dort nun ein Arzt hinzugezogen wird.

Wie die russische Tageszeitung Iswestija berichtet, soll Nawalny mittlerweile untersucht und wegen seiner Atembeschwerden unter anderem auf Corona getestet worden sein. Das Ergebnis ist noch nicht bekannt. Drei Mitinsassen Nawalnys waren zuvor an Tuberkolose erkrankt.

Hungerstreik für Medikamente

Am Mittwoch vergangener Woche war der Kremlkritiker in den Hungerstreik getreten, den er trotz seines verschlechterten Gesundheitszustands fortsetzen will, wie er über Instagram mitteilen ließ. Nawalny will damit erreichen, dass ihn ein Arzt seiner Wahl untersuchen darf. Außerdem fordert er andere Medikamente als Schmerztabletten und Salben, die ihm die Gefängnisverwaltung bislang gewährt hatte.

Seine Anwältin Michailowa teilte mit, dass Nawalny jetzt 13 Kilogramm abgenommen habe. "Es ist absolut schlimm, dass sie Alexej in diesen Zustand gebracht und ihn nicht wegen der Rückenprobleme behandelt haben, so dass diese Beschwerden mit seinen Beinen aufgetreten sind." Laut Nawalny selbst würde das Taubheitsgefühl immer schlimmer und er habe Angst, beide Beine zu verlieren.

Ärztin will hochwertige Behandlung erreichen

Nawalnys Ärztin Anastasia Wassilewa will gemeinsam mit anderen Kollegen der Organisation "Allianz der Ärzte", die ebenfalls in Sorge um den Oppositionspolitiker sind, stärker aktiv werden. Man wolle vor allem versuchen, in Kontakt mit der Gefängnisverwaltung des Lagers zu treten, das sich circa hundert Kilometer östlich von Moskau befindet.

"Vielleicht verstehen sie in der Kolonie einfach nicht, was mit ihm los ist. Wir werden versuchen, eine Einigung mit ihnen zu erzielen und zu erklären, wie schwierig und gefährlich sein Zustand ist", so die Ärztin Wassilewa.

Wassilewa will zusammen mit anderen Ärzten heute zum Straflager fahren. Laut der Medizinerin gehe es nicht um Konflikt oder Protest, sondern um qualitativ hochwertige medizinische Versorgung und die Erlösung dieses Menschen. Der Hungerstreik Nawalnys, sagte sie, sei eine extreme Form des Protests. Man dürfe nicht tatenlos zusehen, wie ein Mensch stirbt.

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