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Rücktritt, der die Regierung sprengt: Panos Kammenos, Verteidigungsminister, tritt im Namensstreit um Mazedonien zurück
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Rücktritt, der die Regierung sprengt: Panos Kammenos, Verteidigungsminister, tritt im Namensstreit um Mazedonien zurück

Griechenlands Verteidigungsminister Panos Kammenos von der rechtspopulistischen Partei Unabhängige Griechen (Anel) hat im Namensstreit mit Mazedonien zuerst seinen Rücktritt und dann den Austritt seiner Partei aus der Regierung bekanntgegeben. Er gebe wegen der Mazedonienfrage sein Amt auf, seine Partei ziehe sich deshalb aus der Regierung zurück, sagte Kammenos nach einem Treffen mit Regierungschef Alexis Tsipras.

Tsipras will Vertrauensfrage stellen

Ministerpräsident Alexis Tsipras sieht seine Regierung dennoch nicht in Gefahr. Er werde im Parlament die Vertrauensfrage stellen, sagte er am Morgen vor Journalisten in Athen. Bis zur geplanten Parlamentswahl im Oktober hält Tsipras eine Minderheitsregierung für denkbar. Seine Partei solle dabei von den Abgeordneten kleinerer Parteien unterstützt und regierungsfähig gehalten werden.

Auslöser: Namensstreit um Mazedonien

Grund für das Ende der Koalition in Athen ist ein jahrzehntelanger Namensstreit mit dem Nachbarland Mazedonien (heute Nord-Mazedonien). Eine Region im Norden Griechenlands trägt ebenfalls den Namen Mazedonien und verweist auf die lange griechische Geschichte: Der Name gehe zurück auf Alexander den Großen.

Erst in dieser Woche hatte das Parlament des Balkanstaates in Skopje beschlossen, nicht auf der Bezeichnung "Mazedonien" zu beharren, sondern die Bezeichnung "Nord-Mazedonien" zu wählen. Dadurch, so Bundesaußenminister Heiko Maas, sei der erste Schritt getan um Nord-Mazedonien in NATO und EU aufzunehmen.