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Nahost-Konflikt: Gewalt am Gazastreifen dauert an | BR24

© dpa-Bildfunk/Mohammed Talatene

Palästinensische Autonomiegebiete: Eine Explosion ist nach einem Angriff der israelischen Luftwaffe in Gaza zu sehen.

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Nahost-Konflikt: Gewalt am Gazastreifen dauert an

In Israel flammen neue Auseinandersetzungen mit der Hamas auf. Nach einem Raketenangriff reagierte Israel mit Luftangriffen, es folgte neuer Beschuss aus dem Gazastreifen. Auch heute ist keine Entspannung in Sicht.

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In Washington bemühten sich die Männer und Frauen im Weißen Haus um eine feierliche Stimmung. Im Zentrum der Veranstaltung: Israels Premier Benjamin Netanyahu und US-Präsident Donald Trump. Der unterzeichnete ein Dekret, mit dem die USA die israelische Kontrolle über die Golanhöhen anerkennen.

Rund 9500 Kilometer entfernt kam es gleichzeitig zu einer weiteren Eskalation. Die israelische Luftwaffe griff Dutzende Ziele im Gazastreifen an. Eine Aufnahme soll zeigen, wie ein Gebäude in die Luft gesprengt wird, in dem sich das Büro von Ismael Hanije befunden haben soll. Hanije ist der politische Anführer der Hamas, die Gaza kontrolliert.

"Israel reagiert entschlossen auf diese kriminelle Aggression"

Mit dem Angriff reagierte Israel auf einen Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen. Die Rakete hatte ein Haus nördlich von Tel Aviv weitgehend zerstört, sieben Israelis wurden verletzt, darunter Kinder und ein Baby.

Israel werde das nicht tolerieren, sagte Netanyahu in Washington. "Während wir hier sind, reagiert Israel entschlossen auf diese kriminelle Aggression. Ich habe eine einfache Botschaft an Israels Feinde: Wir werden alles Notwendige unternehmen, um unsere Menschen und unseren Staat zu verteidigen."

Appell der Vereinten Nationen

Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, António Guterres, meldete sich über seinen Sprecher. Guterres sei tief besorgt über die letzten Entwicklungen mit Blick auf den Gazastreifen. "Der Abschuss der Rakete auf das Zentrum von Israel ist eine ernste Angelegenheit und inakzeptabel. Wir wissen auch von den Angriffen auf den Gazastreifen." Die UN appelliere an beide Seiten, sich "maximal zurückzuhalten".

Sowohl die Hamas als auch Israels Premier Netanyahu haben in den vergangenen Monaten deutlich gemacht, kein Interesse an einem neuen Krieg zu haben. Aber beide Seiten stehen innenpolitisch unter Druck. Palästinenser im Gazastreifen sind kürzlich gegen ihre eigene Führung auf die Straße gegangen - also gegen die Hamas. Die Organisation schlug die Proteste nieder.

Netanyahu wiederum befindet sich mitten im Wahlkampf. Auf der einen Seite will er in so einer Situation einen Krieg verhindern. Auf der anderen Seite werfen ihm seine Kritiker vor, nicht entschlossen genug gegen die Hamas vorzugehen.

Raketen trotz Waffenruhe

Am Abend verkündete die Hamas, dass Ägypten eine Waffenruhe vermittelt habe. Doch die hielt nicht lange an. Die israelische Armee erklärte, 30 Raketen oder Mörsergranaten seien aus den Palästinensergebieten abgefeuert worden. In weiten Teilen von Israel wurden die öffentlichen Schutzräume geöffnet. Allerdings schossen die Palästinenser keine Raketen auf den Großraum Tel Aviv. Eine wichtige Voraussetzung dafür, dass sich die Lage beruhigt.

Die UN arbeite weiterhin mit Ägypten und allen Parteien zusammen, um die Situation zu beruhigen", sagte Guterres Sprecher. "Eine weitere Eskalation wird eine ohnehin schlechte Situation noch schlechter machen - vor allem für die Zivilisten im Gazastreifen und seiner Umgebung."

Hamas will Zehntausende Palästinenser an die Grenze schicken

Die grundsätzlichen Probleme in der Region bleiben jedoch ungelöst. Die Hamas wirft Israel vor, die weitgehende Blockade gegen den Gazastreifen nicht zu lockern. Israel wiederum fordert von der Hamas, die teilweise gewalttätigen Proteste am Grenzzaun endlich einzustellen.

Ende der Woche jährt sich der Beginn der Proteste zum ersten Mal. Die Hamas will Zehntausende Palästinenser an die Grenze schicken. Dann könnte es zu neuer Gewalt kommen.