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Nadelöhr Intensivstation: Die Kapazitäten deutscher Kliniken | BR24

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Im Intensivregister zeigt ein Ampelsystem die Kapazität der Kliniken

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    Nadelöhr Intensivstation: Die Kapazitäten deutscher Kliniken

    Die deutschen Kliniken rüsten sich für steigende Fallzahlen von Covid-19-Patienten. Ein Notfall-Register hilft dabei, Intensivpatienten besser zu verteilen. Unsere Karte zeigt, wie stark ausgelastet die Intensivstationen im Moment sind.

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    Schon vor Monaten haben deutsche Kliniken ihre Kapazitäten zur Behandlung von Covid-19-Patienten ausgebaut. Eine besonders wichtige Rolle spielt dabei die Versorgung von schwerkranken Patienten, die auf Intensivbetten mit Beatmungsmöglichkeit angewiesen sind.

    Austausch zwischen den Kliniken bislang freiwillig

    Um diese Patienten auch bei steigenden Fallzahlen besser auf die Kliniken zu verteilen, gibt es seit März das Intensivregister der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI). Auf dieser zentralen Plattform melden Kliniken bislang auf freiwilliger Basis, ob sie noch Kapazitäten für Patienten haben, die künstlich beatmet werden müssen.

    Wir zeigen auf der folgenden Karte, wie die Verfügbarkeit von Intensivbetten in Deutschlands Kliniken aussieht. Mit Stand 26.08., 17:00 Uhr, haben 1.286 deutsche Kliniken mit Intensivstationen ihre Kapazitäten an Intensivbetten an das DIVI gemeldet.

    Falls Sie die Karte nicht sehen sollten, klicken Sie hier.

    Die Karte zeigt die Angaben im Ampelsystem, die die Kliniken über das Intensivregister machen. Rot steht für “keine Kapazitäten mehr”, gelb für “begrenzte Kapazitäten” und grün für “freie Kapazitäten”. Die Größe der Punkte richtet sich nach der Anzahl der Betten, die die Klinik insgesamt zur Verfügung stellt. Die Daten wurden von uns letztmalig am 26.8.2020 aktualisiert.

    Was auf der Karte zu sehen ist

    Seit dem 19.3.2020 zeichnet BR Data die Daten auf, die von den teilnehmenden Kliniken in das DIVI-Register eingetragen werden. Im Zeitverlauf ist gut zu erkennen, dass in den ersten Wochen des Registers immer mehr deutsche Kliniken angefangen haben ihre Kapazitäten an Intensivbetten mit Beatmungsmöglichkeit zu melden.

    Zu Beginn berichteten einige Kliniken allerdings von technischen Problemen bei Registrierung und Login in das System. Im Moment sieht die Lage in den deutschen Intensivstationen gut aus, da die Mehrzahl der Kliniken freie Kapazitäten melden. Experten rechnen jedoch mit einem weiteren Anstieg der Infektionszahlen.

    Lehrstück Heinsberg

    Bis zur Einführung des DIVI-Registers existierte noch keine umfassende Übersicht über die Kapazitäten der Intensivbetten und deren aktuelle Auslastung über Bundesländergrenzen hinweg.

    Uwe Janssens, Arzt für innere Medizin und Präsident von DIVI, sagt, das sei ganz zu Beginn der Pandemie beim Corona-Ausbruch im Landkreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen problematisch gewesen: "Es gab überhaupt keine Koordination, da wurden Ärzte vor Ort abgestellt, die den ganzen Tag damit beschäftigt waren, Patienten irgendwo hin zu verlegen. Die mussten da quasi händisch jedes Krankenhaus bis ins Ruhrgebiet hinein abtelefonieren nach Kapazitäten”.

    Verteilung schwerkranker Patienten: Bisher föderal geregelt

    Bislang griffen die Bundesländer vor allem auf bereits existierende Strukturen zurück, wenn es um die Verteilung von Covid-19-Patienten ging. In Bayern beispielsweise nutzen Kliniken und Rettungsleitstellen die Plattform IVENA, um Daten über die Verfügbarkeit von Betten auszutauschen. Bayern und einige andere Bundesländer haben ihre Kliniken unabhängig von der Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums dazu aufgefordert, ihre Daten zusätzlich in das DIVI-Intensivregister einzugeben.

    Daten werden laufend aktualisiert

    Einige Daten enthält die Karte derzeit nicht: Bei besonders schweren Covid-19-Verläufen setzen Mediziner eine Herz-Lungen-Maschine (ECMO) ein. Bei der ECMO-Behandlung wird das Blut des Patienten außerhalb des Körpers mit Sauerstoff angereichert. Nach Auskunft des Statistischen Bundesamtes verfügten 2017 in Deutschland 116 Krankenhäuser, meist größere Kliniken, über insgesamt 502 solcher Herz-Lungen-Maschinen.

    Das Klinikum der Universität München beispielsweise besitzt aktuell 17 solcher Spezialgeräte. Aufgrund von Datenlücken haben wir uns entschlossen, die aktuelle Verfügbarkeit der Herz-Lungen-Maschinen momentan auf unserer Karte nicht anzuzeigen.

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