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Nachhaltiger Urlaub: An- und Abreise verbraucht am meisten CO2

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    Nachhaltiger Urlaub: Wie Reisen Ihnen und dem Klima guttut

    "Ab in den Urlaub" - was uns guttut, schadet oft der Umwelt. Allein die An- und Abreise zum Urlaubsort hinterlässt einen großen CO2-Fußabdruck. Viele wollen nachhaltig Reisen, CO2 vermeiden, reduzieren oder kompensieren - nur wie?

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    Von
    • Janina Nottensteiner

    Fünf Prozent der weltweiten CO2-Emissionen entstehen laut Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) durch den Tourismus. Allein 75 Prozent aller CO2-Emissionen, die dem Tourismus zugerechnet werden, stammen aus dem Verkehr und hier vor allem aus der An- und Abreise zum Urlaubsort.

    Davon wiederum stammen 40 Prozent aus dem Flugverkehr und 32 Prozent aus dem Autoverkehr. Die übrigen drei Prozent werden bei Reisen mit Bus und Bahn emittiert. Das macht deutlich, der Reisende hat es bei der Wahl des Verkehrsmittels in der Hand, wie groß der CO2-Fußabdruck für die geplante Reise wird.

    CO2 vermeiden

    Wer auf Reisen geht, sollte vorher genau planen. Denn der CO2-Austoß hängt maßgeblich von zwei Faktoren ab: der Entfernung des Reiseziels und der Wahl des Verkehrsmittels. Wer genau wissen will, wie groß sein CO2-Fußabdruck für die geplante An- und Abreise zum Urlaubsort ist, kann dies zum Beispiel auf der Internetseite "Eco Passenger" berechnen.

    Der CO2-Rechner ermöglicht es, für verschiedene Reiseziele und Verkehrsmittel vorab den CO2-Ausstoß zu ermitteln und zu vergleichen. So können Reisende möglicherweise mit einer Entscheidung für ein anderes Ziel oder Verkehrsmittel auch CO2 vermeiden.

    CO2 reduzieren

    Muss es immer der Flug in den Urlaub sein? Ein Beispiel: Von München nach Mallorca entstehen für den Hin - und Rückflug pro Person rund 485 kg CO2. Laut Klimaexperte Daniel Nelles sollte man aber eine Grenze von 600 kg CO2-Ausstoß pro Person und Jahr nicht überschreiten, wenn man den Klimawandel aufhalten will. Wobei Nelles Grenzwert besonders streng ist. Das Umweltbundesamt zum Beispiel gesteht uns ein Jahresbudget von knapp einer Tonne zu. Unser aktueller Verbrauch liegt im Durchschnitt bei elf Tonnen.

    Sie wollen aber trotzdem an den Strand, allerdings mit kleinem CO2-Fußabdruck? Der Nachtexpress von München nach Sylt bringt Sie beispielsweise auch ohne Flug an den Strand: viermal wöchentlich, ohne selbst fahren zu müssen, nachhaltig und klimafreundlich direkt auf die Insel.

    CO2 kompensieren

    Und wenn es dann doch mal weiter weg gehen soll? Dann ist CO2 zu kompensieren eine Möglichkeit. Kompensieren heißt ausgleichen. Länder und Unternehmen kompensieren ihre Emissionen über den Handel mit Klimazertifikaten, die zum Ausstoß einer bestimmten Menge Treibhausgas berechtigen.

    Für Reisende bedeutet das: Wer unbedingt fliegen muss, kann mit einem Geldbetrag dazu beitragen, dass die gleiche Menge an CO2, die bei der Verbrennung des Kerosins auf dem Flug entsteht, an einem anderen Ort eingespart wird.

    Die Anbieter von Klimakompensationslösungen investieren dazu in Wasserkraft-, Solar-, Biomasse- oder Energiesparprojekte, die keine Treibhausgase verursachen. Für den Anteil an CO2, der auf dem Flug freigesetzt wird, bezahlt der Reisende den entsprechenden Betrag. Dieser kann je nach Anbieter unterschiedlich ausfallen. Hier empfehlen sich seriöse Anbieter wie atmosfair.de oder klima-kollekte.de, die von der Stiftung Warentest unlängst zu Testsiegern gekürt wurden.

    Fazit: Je näher, desto nachhaltiger

    Wir haben in Deutschland Urlaubsziele, die das bieten, was die meisten zur Erholung suchen: Wälder, Berge, Strand und jede Menge Sehenswürdigkeiten - und das alles nicht weiter entfernt als maximal 1.000 Kilometer. Wer also möglichst nachhaltig und klimaschonend verreisen möchte, sollte daran denken, dass die größten Umweltbelastungen bei der An- und Abreise entstehen. Klimaschonend zu reisen bedeutet also nicht, möglichst schnell und bequem, sondern lieber nicht allzu weit und mit einem CO2 sparenden Verkehrsmittel.

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