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US-Präsident Joe Biden zum Truppenabzug aus Afghanistan bis zum September: Die "terroristische Bedrohung" habe sich inzwischen in zahlreiche Länder ausgebreitet. Da sei es nicht sinnvoll, "tausende Soldaten in einem Land zu konzentrieren".

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Nach USA: Auch Nato zieht Truppen aus Afghanistan ab

US-Präsident Biden hat am Mittwoch Abend nun auch offiziell den vollständigen Truppenabzug aus Afghanistan verkündet. Auch die Nato will dem folgend alle Soldaten nach Hause holen. Die 1.100 Bundeswehrsoldaten sollen das Land ebenfalls verlassen.

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  • BR24 Redaktion

Nach der Ankündigung der USA hat auch die Nato den vollständigen Truppenabzug aus Afghanistan offiziell beschlossen. Die Außen- und Verteidigungsminister der 30 Nato-Länder einigten sich nach Angaben des Militärbündnisses am Mittwoch darauf, am 1. Mai "geordnet, koordiniert und überlegt" mit dem Truppenabzug zu beginnen. Alle Nato-Truppen sollen Afghanistan demnach "innerhalb weniger Monate" verlassen.

Die Nato sei gemeinsam nach Afghanistan gegangen und werde es auch gemeinsam wieder verlassen, erklärte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg den Schritt. Die Entscheidung sei dennoch nicht leicht und sie sei mit Risiken verbunden. Aber die Alternative zu einem geordneten Abzug wäre ein langfristiges militärisches Engagement, "möglicherweise mit mehr Nato-Truppen".

Afghanistan befürchtet Erstarken der Taliban

In Afghanistan hat der am Dienstag von den USA angekündigte Truppenabzug überwiegend Enttäuschung ausgelöst. Ein Mitglied des Unterhändlerteams der afghanischen Regierung sagte, der Beschluss sei das "Verantwortungsloseste und Egoistischste", was Amerika seinen afghanischen Partnern zufügen könne.

Die Regierung in Kabul befürchtet vor allem, dass die radikal-islamischen Taliban in das entstehende Machtvakuum stoßen werden.

Kritiker: Bürgerkrieg droht wieder aufzuflammen

Kritiker befürchten ein neues Aufflammen des Bürgerkriegs nach einem Abzug der westlichen Truppen - und einen Sturz der afghanischen Regierung durch die Taliban. Belgiens Außenministerin Sophie Wilmès etwa äußerte die Sorge, dass der angekündigte Rückzug vor einer anvisierten Friedenskonferenz in Istanbul in zwei Wochen den Druck auf die Taliban verringern könnte, eine Einigung anzustreben.

Biden: Ziel in Afghanistan "erfüllt"

Gestern war bekannt geworden, dass die USA bis zum 11. September alle US-Soldaten aus Afghanistan abziehen wollen. Das hat US-Präsident Joe Biden am Mittwoch Abend nun auch offiziell verkündet. Die US-Streitkräfte seien nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 in dem Land einmarschiert, damit es nicht erneut Ausgangspunkt von Attacken gegen die USA werde. "Wir haben dieses Ziel erfüllt", so Biden wörtlich.

Derzeit sind rund 10.000 internationale Soldaten am Hindukusch stationiert, darunter 1.100 deutsche. Bundesverteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer hat bereits angekündigt, dass mit den US-Truppen auch die Bundeswehr Afghanistan verlassen werde. Erst Ende März hatte der Bundestag das Afghanistan-Mandat der Bundeswehr bis Ende Januar 2022 verlängert.

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Mit zwei großen Konfliktherden befassen sich die Außen- und Verteidigungsminister der NATO-Staaten heute: mit dem Aufmarsch der russischen Truppen an der Grenze zur Ukraine und dem NATO-Einsatz in Afghanistan.

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