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Nach Trump-Äußerung: Coronavirus erreicht US-Wahlkampf | BR24

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Hatte US-Präsident Trump das Coronavirus vor Kurzem noch als Erfindung der Demokraten abgetan, bereitet die Regierung die Bevölkerung nun auf eine weitere Ausbreitung vor. Zwei Menschen starben bereits.

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Nach Trump-Äußerung: Coronavirus erreicht US-Wahlkampf

Hatte US-Präsident Trump das Coronavirus vor Kurzem noch als Erfindung der Demokraten abgetan, bereitet die Regierung die Bevölkerung nun auf eine weitere Ausbreitung vor. Zwei Menschen starben bereits in den USA.

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Von
  • Marcus Schuler

Am Samstag meldeten die Behörden in den USA den ersten Todesfall durch das Coronavirus. Ein Mann um die 50 Jahre mit einer Vorerkrankung starb laut des Gesundheitsamts der Stadt in einem Krankenhaus im US-Bundesstaat Washington nahe Seattle. Am Sonntag verstarb ein weiterer männlicher Patient nahe Seattle, er war um die 70 Jahre alt.

Über 80 Fälle landesweit

Zwei andere Männer aus derselben Region, beide um die 60 Jahre, sollen sich in einem kritischen Zustand befinden. Die Gesundheitsbehörden vermuten, dass sich das Virus bereits seit Mitte Januar in der Region verbreitet. Bis zu 1.500 Personen könnten infiziert sein. Neue Infektionsfälle werden auch aus New York sowie dem Silicon Valley nahe San Francisco gemeldet. Insgesamt gibt es 83 bestätigte Fälle in den USA. US-Vizepräsident Mike Pence, der im Weißen Haus die Bekämpfung des Virus koordinieren soll, bereitet die Bevölkerung jetzt darauf vor, dass mit deutlich mehr Erkrankungen zu rechnen sei.

Bizarrer Trump-Auftritt

Längst hat das Thema auch den US-Wahlkampf erreicht. Besonders der bizarre Auftritt von Präsident Donald Trump am vergangenen Mittwoch zum Coronavirus ließ viele Amerikaner sprachlos zurück. Erst hatte Trump das Virus als eine Falschmeldung der Demokraten bezeichnet, war dann am Samstag aber zurückgerudert.

Ex-Vizepräsident Joe Biden, einer von mehreren möglichen Präsidentschaftskandidaten bei den Demokraten, zeigte sich wütend. "Was redet er da um Himmels Willen", fragte Biden. Kenne denn Trump überhaupt keine Scham. Er schätze den amtierenden Vizepräsidenten Mike Pence, nun müsse aber ein Wissenschaftler die Arbeitsgruppe im Weißen Haus leiten, so Biden.

Das Virus infiziert auch die Börse

Unterdessen werden auch immer mehr Großveranstaltungen in den USA abgesagt. Nach der F8-Entwicklerkonferenz von Facebook kam auch das vorläufige Aus für die GDC, die Games Developer-Konferenz in San Francisco, zu der im vergangenen Jahr 27.000 Besucher gekommen waren. Nun blickt man in den USA vor allem auf die Börse in New York. Vergangene Woche hatte der Leitindex Dow Jones mehr als 3.500 Punkte verloren. Es waren die größten Kursverluste seit Oktober 2008 zum Höhepunkt der Finanzkrise.