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Nach Tod von Mutter und Neugeborenem in Köln Gift entdeckt | BR24

© dpa-Bildfunk/Marcel Kusch

Die Frau hatte die vergiftete Substanz in der Heilig-Geist-Apotheke gekauft.

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    Nach Tod von Mutter und Neugeborenem in Köln Gift entdeckt

    Eine junge Mutter und ihr Neugeborenes sind gestorben, nachdem sie ein Mittel aus einer Kölner Apotheke eingenommen haben. Wie viele Patienten sind noch betroffen? Eine Mordkommission ermittelt.

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    Nach dem Tod einer 28 Jahre alten Frau und ihres per Notkaiserschnitt geborenen Babys in Köln haben die Ermittler in einem Glukosebehälter Gift entdeckt. In dem Behältnis mit der Glukose sei "ein toxischer Stoff" gefunden worden, sagte der leitende Ermittler, Andreas Koch, am Dienstag. Koch warnte Kunden der betroffenen Apotheke vor dem Verwenden dort gekaufter Glukosesubstanzen. Es gebe keine Klarheit, welche Patienten und Kunden noch die Substanz zu Hause hätten.

    Gift in Test für Schwangerschaftsdiabetes

    Die Frau starb laut Obduktion an multiplem Organversagen. Die Glukoselösung war nach Angaben der Polizei für einen standardmäßigen Test bei Schwangerschaftsdiabetes verkauft worden.

    Die Ermittler können nach Angaben eines Sprechers nicht ausschließen, dass weiteres giftiges Material im Umlauf ist. Die Polizei hatte nach dem Tod der 28-Jährigen und ihres Neugeborenen auf Grundlage erster Erkenntnisse am Montagabend vor der Lösung gewarnt. Bis zum Dienstag habe sich aber noch niemand gemeldet, der Glukose aus der betroffenen Apotheke zu Hause habe, sagte Polizeisprecher Ralf Remmert am Dienstag in Köln.

    Die Stadt hat der Apotheke vorerst untersagt, selbst produzierte Medikamente zu verkaufen

    Polizei und Stadt hatten am Montagabend ausdrücklich davor gewarnt, Mittel mit Glukose einzunehmen, die in der Heilig-Geist-Apotheke in Köln-Longerich zusammengestellt wurden. Patienten, die glukosehaltige Präparate dieser Apotheke besitzen, sollten sie nicht einnehmen und umgehend bei der nächsten Polizeiwache abgeben. Die Stadt hat der Heilig-Geist-Apotheke vorerst untersagt, selbst produzierte Medikamente zu verkaufen.

    Die Todesfälle stellen den Inhaber der Apotheke nach eigenen Angaben vor ein Rätsel. "Ich bin fassungslos, ich kann es mir nicht erklären", sagte der Apothekeninhaber Till Fuchsius der Deutschen Presse-Agentur. Er vertraue auf die Ermittlungen der Polizei. "Dabei bin ich Zeuge nicht Beschuldigter", betonte der Apotheker.

    Ein Arzt hatte am Donnerstag die Behörden eingeschaltet. Neben der verstorbenen Frau und ihrem Kind hatte auch eine andere Frau nach Einnahme des Präparats Symptome gezeigt. Diese Frau kam ins Krankenhaus, konnte die Klinik aber einen Tag später wieder verlassen.