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Nach Schüssen: Flüchtlinge der Sea-Eye dürfen in Italien an Land | BR24

© dpa / Julie Bourdin

Am Samstag hatte Sea-Eye 90 Menschen gerettet und war dabei nach eigenen Angaben massiv von libyschen Einsatzkräften bedroht worden.

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Nach Schüssen: Flüchtlinge der Sea-Eye dürfen in Italien an Land

Nach tagelanger Irrfahrt hat Italien den Flüchtlingen der Sea-Eye erlaubt, an Land zu kommen. Am Samstag hatte die See-Not-Rettungsorganisaton 90 Menschen gerettet und war dabei nach eigenen Angaben massiv von libyschen Einsatzkräften bedroht worden.

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Nach tagelanger Irrfahrt auf dem Mittelmeer hat Italien den Flüchtlingen auf der Alan Kurdi - dem Schiff der Regensburger See-Not-Rettungsorganisation Sea-Eye - erlaubt, an Land zu kommen. Frankreich, Deutschland und Italien hätten eine Abmachung zur Verteilung der Menschen gefunden, erklärte "Ärzte ohne Grenzen" am Dienstag auf Twitter. Am Samstag hatte Sea-Eye 90 Menschen aus Seenot gerettet und war dabei nach eigenen Angaben massiv von libyschen Einsatzkräften bedroht worden.

Schüsse auf Sea-Eye-Rettungsmission

Bei dem Vorfall am Samstag in internationalen Gewässern seien libysche Patrouillenboote schnell auf die Alan Kurdi zugesteuert, hätten sie eingekreist und der Besatzung per Funk gedroht. Die Libyer hätten dann Schüsse in die Luft und ins Wasser abgegeben. Außerdem hätten sie die Waffen auf die Menschen im Wasser gerichtet und sich zwischen dem Schlauchboot mit Flüchtlingen und der Alan Kurdi positioniert, um die Rettung zu unterbrechen. Dabei sollen Menschen panisch vom Schlauchboot gesprungen sein, um die Rettungsboote der Alan Kurdi zu erreichen. Letztlich sei es gelungen, alle Menschen aus dem Wasser und aus dem Schlauchboot auf die Alan Kurdi zu bringen. Wer genau die Männer auf dem Boot unter libyscher Flagge waren, ist noch unklar.

Retter erheben Vorwürfe gegen Malta nach Notfall

Die Seenotretter werfen Malta Versagen bei der Hilfe in einem medizinischen Notfall an Bord der Alan Kurdi vor. Die Evakuierung einer blutenden Schwangeren sei von Malta am Sonntag zunächst zugesichert, dann verschoben und schließlich aufgrund des Wetters abgesagt worden, erklärte die Regensburger Hilfsorganisation Sea-Eye. Die Frau aus Nigeria sei dann letztlich von der italienischen Küstenwache nach Lampedusa gebracht worden. Formal sei Malta zuständig gewesen, die Evakuierung zu organisieren. Die Behörden hätten aber schließlich darauf verwiesen, dass das Schiff näher an Lampedusa liege, so die Hilfsorganisation.

© Sea-Eye

Bei einer Seenotrettung von Sea-Eye vor der libyschen Küste sind Schüsse gefallen. Wie die Rettungsorganisation mitteilte, wurde sie von einem libyschen Patrouillenboot bedroht.