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Nach report-Bericht: Rechts-Rapper in Österreich festgenommen | BR24

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Bildrechte: dpa

Kränze vor der Synagoge in Halle

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    Nach report-Bericht: Rechts-Rapper in Österreich festgenommen

    Der volksverhetzende Titel "Powerlevel" des Rappers "Mr. Bond" wurde vom Attentäter von Halle live zu seinem Videostream des Anschlags eingespielt. Nach einem report-Bericht wurde der rappende Rechtsextremist jetzt in Kärnten festgenommen.

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    Von
    • Sabina Wolf

    Das ARD-Politmagazin "report München" und die österreichische Tageszeitung "Der Standard" hatten bereits im September 2020 auf den rechtsradikalen Rapper hingewiesen und veröffentlicht, dass sein menschenverachtender Musiktitel auch noch ein Jahr nach dem Anschlag von Halle online war.

    Der Attentäter selbst war im Dezember zu zu lebenslanger Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt worden. Obwohl Stefan B. strafrechtlich als Einzeltäter gilt, war er Teil eines Netzwerks des Hasses - zu dem auch der Rapper Mr. Bond gehört.

    Ermittlungen wegen Volksverhetzung

    Hinter Mr. Bond verbirgt sich ein Kärntner aus Paternion. Viele seiner rassistischen und fremdenfeindlichen Songs sind in der rechtsextremen Szene beliebt. Der Rapper soll auch das Hasspamphlet des Attentäters von Christchurch übersetzt und veröffentlicht haben.

    Nach Ermittlungen des österreichischen Bundesamts für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) und des Landesamtes für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung Kärnten (LVT) konnte der jahrelang unerkannt agierende rechtsradikale Rapper nun aufgespürt werden.

    Waffen und NS-Devotionalien beschlagnahmt

    Die Staatsanwaltschaft Wien ermittelt gegen ihn wegen Herstellung und Verbreitung von NS-Gedankengut und Volksverhetzung. Am 20. Januar führten österreichische Ermittlungsbehörden eine Hausdurchsuchung durch, bei der neben einer Reichskriegsflagge und NS-Devotionalien offenbar auch Waffen beschlagnahmt wurden, so Informationen aus österreichischen Behördenkreisen.

    Kontakt zu antisemitischer Web-Datenbank

    Das ARD-Politmagazin "report München" und die österreichische Tageszeitung "Der Standard" recherchieren seit 18 Monaten zur rechtsradikalen deutschsprachigen Onlineszene und haben auch die volksverhetzenden Umtriebe der mittlerweile abgeschalteten Webseite "Judas.Watch" aufgedeckt.

    Dort waren weltweit Namen, Adressen und berufliche Tätigkeit von Jüdinnen und Juden mit einem Davidstern markiert veröffentlicht und die rechtsextreme Szene aufgefordert worden, sogenannte "Verräter an der weißen Rasse" in die Datenbank einzustellen. Der rechtsradikale Rapper Mr. Bond und der Hintermann von "Judas.Watch", so die Recherchen von "report München" und "Der Standard", standen online in Kontakt.

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