BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© BR
Bildrechte: Steve Parsons/PA Wire/dpa-Bildfunk

Der Verkehr rollt wieder an

35
Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Großbritannien: Der Verkehr rollt wieder an - Fahrer wütend

Hoffnung für Tausende Lkw-Fahrer im südenglischen Dover: Frankreich lässt den Frachtverkehr aus Großbritannien wieder zu. Voraussetzung ist ein negativer Corona-Test. Bei den wartenden Fahrern liegen die Nerven blank.

35
Per Mail sharen
Von
  • tagesschau.de
  • BR24 Redaktion

Frankreich hat die wegen der neuen Coronavirus-Variante verhängte Beschränkung für Reisen aus Großbritannien wieder gelockert. EU-Bürger sowie Briten dürfen ab heute wieder einreisen. Das teilte die französische Regierung in Paris mit - zwei Tage nachdem die Reisebeschränkung verhängt worden war. Voraussetzung ist aber ein negativer Corona-Test.

Aufgrund einer mit den britischen Behörden erzielten Einigung werde der Verkehr mit Schiffen, Zügen und Flugzeugen wieder starten, erklärte der französische Verkehrsminister Jean-Baptiste Djebbari. Der für die Einreise nach Frankreich benötigte Corona-Test darf nicht älter als 72 Stunden sein und muss auch die neue Variante des Coronavirus nachweisen können.

"Kommen Sie nicht nach Dover, warten Sie erstmal ab"

Auch der Frachtverkehr aus Großbritannien solle heute wieder anlaufen. Der Hafen im südenglischen Dover kündigte seine Wiederöffnung für Fahrten in Richtung Frankreich an. Noch immer warten dort Tausende Lkw-Fahrer. Man werde am Morgen mit dem Testen beginnen, versprach der britische Verkehrsminister Grant Shapps, es seien genügend Tests unterwegs. Bei der Durchführung der Tests sollen auch Soldaten helfen. Gleichzeitig warnte der Minister aber: "Kommen Sie nicht nach Dover, warten Sie erstmal ab." Es könne zwei, drei Tage dauern, bis der Stau aufgelöst sei.

Rangeleien zwischen Fahrern und der Polizei

Bei den wartenden Lkw-Fahrern liegen derweil die Nerven blank: Nahe der Hafenstadt Dover kam es zu Rangeleien zwischen aufgebrachten Fahrern und der Polizei. Viele Fahrer werden Weihnachten nicht - wie geplant - bei ihren Familien sein können.

Gerungen hatten London und Paris bis zuletzt offenbar um die Frage, welche Tests durchgeführt werden sollen. Die französische Regierung hat Labortests gefordert, weil die als verlässlicher gelten, allerdings muss man auf deren Ergebnis 24 bis 48 Stunden warten. Das erschien der britischen Regierung als nicht praktikabel. Stattdessen sollen die Lkw-Fahrer nun einen Schnelltest machen dürfen, sofern gesichert ist, dass der das mutierte Virus erkennt.

Bis zu 4.000 Lkws warten auf Weiterreise

Nach Angaben der Regierung stehen knapp 3.000 Lkws auf der Autobahn, einem alten Flughafengelände in der Nähe oder auf Straßen und in Ortschaften der Umgebung. Vertreter der Transport-Industrie sprechen von bis zu 4.000.

Viele mussten die dritte Nacht in ihren Fahrzeugen verbringen und berichten, dass es kaum Versorgung gibt, während sie in ihren Kabinen festsitzen und die nächste Einkaufsmöglichkeit viele Kilometer entfernt ist. Einige der Lkw haben verderbliche Ware wie Fisch oder Meeresfrüchte geladen.

Frankreich hatte die Grenze in der Nacht von Sonntag auf Montag geschlossen. Inzwischen haben mehr als fünfzig Länder die Einreise aus Großbritannien gestoppt, nachdem hier eine neue, sich besonders schnell verbreitende Mutation des Corona-Virus festgestellt wurde. Gestern meldeten die britischen Behörden fast 37.000 Neuinfektionen, das ist der höchste Wert seit Beginn der Pandemie.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!