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Nach Randale: Macron verurteilt gewalttätige "Gelbwesten" | BR24

© picture alliance / abaca

Proteste der "Gelbwesten" auf dem Champs-Elysées in Paris.

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    Nach Randale: Macron verurteilt gewalttätige "Gelbwesten"

    Zahlreiche Festnahmen, Plünderungen, Feuer und Verletze: Mit scharfen Worten hat Frankreichs Präsident Macron die Gewalt bei den jüngsten "Gelbwesten"-Protesten in Paris verurteilt. Er kündigte harte Maßnahmen an.

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    In den vergangenen Wochen war es etwas ruhiger geworden um die "Gelbwesten"-Proteste in Frankreich. Gestern jedoch meldeten sich einige der Protestbewegung mit voller Wucht zurück: Auf den Champs-Elysées und rund um den Arc de Triomphe lieferten sich teils vermummte Demonstranten Auseinandersetzungen mit der Polizei.

    Der Prachtboulevard glich zeitweise einem Schlachtfeld, berichtete ARD-Korrespondentin Barbara Kostolnik. Schaufenster wurden zertrümmert und Läden geplündert. In einer Bankfiliale im Erdgeschoss eines Wohnhauses wurde Feuer gelegt, mehrere Bewohner der darüber liegenden Wohnungen mussten gerettet werden. Elf Menschen erlitten Verletzungen.

    "Menschen, die die Republik zerstören wollen"

    Präsident Emmanuel Macron verurteilte die Gewalt aufs schärfste. Was geschah, könne man nicht mehr als Demonstration bezeichnen, sagte er. "Das sind Menschen, die die Republik zerstören wollen, auf die Gefahr hin, zu töten. Jeder, der dort war, war daran beteiligt."

    Macron kündigte "starke Entscheidungen" an, damit sich die Gewaltexzesse nicht wiederholten. Zwar habe seine Regierung seit November bereits eine Reihe von Maßnahmen gegen Randalierer ergriffen. Die Gewalt bei den Protesten hätte aber gezeigt, dass dies nicht ausreiche.

    Macron war Berichten zufolge eigentlich im Skiurlaub in den Pyrenäen, kehrte aber am Abend nach Paris zurück. Im Innenministerium gab es eine Krisensitzung.

    Rauchbomben und Pflastersteine

    Einige Demonstranten hatten auch die Polizei angegriffen. Sie warfen Rauchbomben und Pflastersteine auf Polizisten und attackierten ein Einsatzfahrzeug. Ein sichtlich erschütterter Premierminister Edouard Philippe nannte die Ausschreitungen inakzeptabel. Für sie seien etwa 1.000 gewaltbereite Chaoten verantwortlich. Die Polizei werde mit größter Härte dagegen vorgehen.

    Tatsächlich bekamen die 5.000 Beamten die Krawalle kaum unter Kontrolle. Sie gingen mit Wasserwerfern und Tränengas gegen die Gewalttätigen vor. Die Nachrichtenagenturen berichteten übereinstimmend von mehr als 100 Festnahmen.

    Das Innenministerium sprach von 10.000 Demonstranten in Paris. Landesweit seien es 14.500 gewesen.

    Zuletzt weniger Teilnehmer

    Es war das 18. Wochenende in Folge, an dem die "Gelbwesten" gegen Macrons Reformpolitik protestieren. Macron hatte als Antwort einen landesweiten Bürgerdialog ins Leben gerufen. Er endete am Freitag. Erste Ergebnisse will der Staatschef im April präsentieren.