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Kiew am 23.11.2022: Zerstörte Häuser, beschädigte Leitungen

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Nach Raketen-Angriffen: Millionen Ukrainer weiter ohne Strom

Nach Raketen-Angriffen: Millionen Ukrainer weiter ohne Strom

Heftiger russischer Raketenbeschuss hat die ukrainische Energie-Infrastruktur getroffen. Noch immer sind mehr als zwei Drittel der Hauptstadt Kiew sowie weitere Regionen ohne Stromversorgung. Etwas besser sieht es bei der Wasserversorgung aus.

Am Morgen nach den schweren russischen Raketenangriffen auf die Energie-Infrastruktur konnte die Strom- und Wasserversorgung in Kiew erst teilweise wieder hergestellt werden. "70 Prozent der Hauptstadt sind bisher ohne Elektrizität", teilte Bürgermeister Vitali Klitschko auf seinem Telegram-Kanal mit. Die kommunalen Dienste arbeiteten mit Hochdruck an der Behebung der Schäden, doch die Stromversorgung Kiews hänge auch von der Stabilität des gesamten Energiesystems in der Ukraine ab.

Immerhin sei es gelungen, die Stadtteile am linken Flussufer des Dnipro wieder mit Wasser zu versorgen. Allerdings brauche es eine gewisse Zeit, bis das Wasserleitungssystem wieder mit voller Leistung arbeite, so Klitschko. Insbesondere in Hochhäusern reiche der Wasserdruck nicht immer aus.

Massiver Raketenbeschuss am Mittwoch

Nach einem massiven Angriff auf die Infrastruktur war die Wasserversorgung der Dreimillionenstadt aufgrund von Stromausfällen komplett zusammengebrochen. Auch das Fernwärmesystem fiel in vielen Stadtteilen aus; ebenso Strom, Internet und das Mobilfunknetz. Insgesamt soll das russische Militär etwa 70 Raketen und Drohnen auf die Ukraine abgeschossen haben. Ziele waren wie bei den vorangegangenen Angriffen hauptsächlich Objekte des Energiesektors. Nachdem die ukrainischen Kernkraftwerke infolge der Attacke abgeschaltet worden waren, kam es landesweit zu Stromausfällen.

Auch Moldau teilweise ohne Strom

Außerhalb Kiews wurde bis zum Donnerstagmittag die Stromversorgung erst in einigen Regionen wieder hergestellt. So meldete der Bürgermeister von Lwiw, Andrij Sadowij, dass es wieder Strom gebe. In anderen Regionen wie in Odessa oder Tschernihiw blieb die Lage kompliziert.

Auch die benachbarte ehemalige Sowjetrepublik Moldau war teilweise weiter ohne Strom. Das Energienetz der beiden Länder ist eng gekoppelt.

Russische Strategie: Angriffe auf zivile Infrastrukturziele

Der Kommandeur der russischen Truppen in der Ukraine, General Sergej Surowikin, erlangte bereits bei seinem Einsatz in Syrien ein paar Jahre zuvor Bekanntheit dafür, dass er zivile Ziele angreifen ließ, um seine Gegner zu schwächen. Nach seiner Ernennung in der Ukraine sind Angriffe auf die kritische Infrastruktur des Landes zu einem wichtigen Bestandteil der russischen Kriegsführung geworden.

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