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Nach Putsch im Sudan: Chef des Militärrats verkündet Rücktritt | BR24

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Nach dem Putsch im Sudan hat der Chef des Militärrats seinen Rücktritt angekündigt. Zuvor hatten Zehntausende Menschen gegen die Machtübernahme des Militärs protestiert. Sie fordern eine zivile Regierung.

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Nach Putsch im Sudan: Chef des Militärrats verkündet Rücktritt

Nach dem Putsch im Sudan hat der Chef des Militärrats seinen Rücktritt angekündigt. Zuvor hatten Zehntausende Menschen gegen die Machtübernahme des Militärs protestiert. Sie fordern eine zivile Regierung.

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Der Chef des neuen Militärrats im Sudan hat seinen Rücktritt angekündigt. Das teilte Awad Ibn Auf in einer im Staatsfernsehen übertragenen Ansprache mit. Er sagte, Abdel-Fattah Burhan von den Streitkräften werde ihm nachfolgen. Er trete zurück, um die Einheit der Streitkräfte zu erhalten.

Ibn Auf hatte am Donnerstag "den Sturz des Regimes" und die Inhaftierung des sudanesischen Staatschefs Omar al-Baschir verkündet, der zuvor 30 Jahre lang autokratisch regiert hatte. Unter Ibn Aufs Führung wurde daraufhin ein Militärrat eingesetzt. Er stellte Wahlen binnen maximal zwei Jahren in Aussicht.

Mindestens 16 Tote bei Protesten

Die Proteste gingen dennoch weiter. Zehntausende demonstrierten in der Hauptstadt Khartum gegen die Machtübernahme des Militärs und forderten eine zivile Übergangsregierung.

Bei den anhaltenden Protesten sind nach offiziellen Angaben seit Donnerstag mindestens 16 Menschen durch verirrte Kugeln ums Leben gekommen. 20 weitere Menschen seien auf diese Weise verletzt worden, erklärte ein Polizeisprecher. Es seien Regierungsgebäude und Privatbesitz angegriffen worden. Am Freitag waren hunderttausende Demonstranten in den Straßen der Hauptstadt Khartum zusammengekommen.

Awad Ibn Auf war jahrelang Stellvertreter und Verteidigungsminister von Al-Baschir. Dass ausgerechnet er sich als Chef der Militärregierung vereidigen ließ, sahen viele Demonstranten kritisch.

Militärführung weist Kritik zurück

Die Militärführung wies die Kritik an ihrer Machtübernahme zurück und versprach, möglichst bald einer zivilen Regierung Platz zu machen. Die Streitkräfte hätten "überhaupt keine Ambitionen, an der Macht festzuhalten", sagte Omar Sain al-Abdin, der Leiter des politischen Gremiums der Militärregierung. Das Militär werde während der Übergangsphase lediglich für Sicherheit und Stabilität sorgen.

Der Militärrat entschied auch, den 75-jährigen Al-Baschir nicht an den Internationalen Strafgerichtshof auszuliefern, wo er wegen Kriegsverbrechen und Gräueltaten in der Region Darfur im ersten Jahrzehnt des Jahrhunderts angeklagt werden soll.

© ARD

Der Chef des neuen sudanesischen Militärrats nur ein Tag nach dessen Gründung zurückgetreten.