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Nach Mordfall Lübcke: Weitere Drohungen gegen Politiker | BR24

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Ein Rechtsextremer ist als tatverdächtig im Mordfall Walter Lübcke festgenommen worden. Weitere Politiker erhalten Drohungen. Betroffen ist unter anderem Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker.

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Nach Mordfall Lübcke: Weitere Drohungen gegen Politiker

Ein Rechtsextremer ist als tatverdächtig im Mordfall Walter Lübcke festgenommen worden. Seitdem erhalten weitere Politiker Morddrohungen - wohl ebenfalls aus dem rechten Spektrum. Betroffen ist auch Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker.

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Laut einem Bericht des WDR ist am Mittwoch eine Morddrohung gegen Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) eingegangen. Die Ermittler gehen von einem rechtsextremen Hintergrund aus und sehen einen möglichen Zusammenhang mit dem Fall Walter Lübcke in Kassel. Dort wurde am Wochenende mit Stephan E. ein Rechtsextremer festgenommen, der als dringend tatverdächtig gilt, den Kasseler Regierungspräsidenten Anfang Juni mit einem Kopfschuss getötet zu haben.

Politiker als Ziel

Im Fall der aktuellen Drohung gegen Henriette Reker ermittelt das Landeskriminalamt in Berlin. Als Grund gibt die Behörde weitere Drohungen gegen Politikerinnen und Politiker in ganz Deutschland an. Unter anderem sei auch der Bürgermeister der westfälischen Kleinstadt Altena, Andreas Hollstein, betroffen, so der WDR.

Sowohl Henriette Reker als auch Andreas Hollstein sind in der Vergangenheit Opfer von Attacken geworden. Beide wurden mit Messern schwer verletzt. Im Oktober 2015 stach Frank S. in Köln der damaligen Kandidatin um das Bürgermeisteramt, Henriette Reker, in den Hals. Reker überlebte das Attentat, schwebte jedoch mehrere Tage in Lebensgefahr. Der Täter - ein Rechtsextremist - wurde zu 14 Jahren Haft verurteilt.

Im November 2017 verletzte ein Betrunkener Andreas Hollstein ebenfalls mit einem Messer am Hals. Zuvor beschimpfte er Hollstein für seine Flüchtlingspolitik. Ein politisches Attentat sah das Gericht in diesem Fall nicht.

Laschet: "Nie wieder wegschauen"

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hatte am Mittwoch bei der Eröffnung des 37. Deutschen Evangelischen Kirchentages in Dortmund mit Blick auf den Fall Lübcke noch gewarnt: "Nie wieder dürfen wir so wegschauen, wie wir das in den letzten Jahrzehnten beim Rechtsterrorismus gemacht haben."

Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier äußerte sich beim Kirchentag zum Mord an Walter Lübcke. Steinmeier forderte, Rats- und Parlamentsvertretern mehr Vertrauen und Respekt entgegenzubringen und sie besser zu schützen. "Sie verdienen vor allem Schutz vor jeder Form von Herabwürdigung, Hetze und roher Gewalt", so Bundespräsident Steinmeier.