Zurück zur Startseite
Deutschland & Welt
Zurück zur Startseite
Deutschland & Welt

Nach Merkel-Rückzug: Berlin im Umbruch | BR24

Audio nicht mehr verfügbar

Dieses Audio konnte leider nicht geladen werden, da es nicht mehr verfügbar ist.

Weitere Information zur Verweildauer

© BR

Als Nachfolger Merkels an der Parteispitze wollen sich unter anderen Generalsekretärin Kramp-Karrenbauer und Gesundheitsminister Spahn bewerben.

3
Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Nach Merkel-Rückzug: Berlin im Umbruch

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat überraschend angekündigt, nicht mehr für den Bundesvorsitz der CDU kandidieren zu wollen. Der nun beginnende Machtkampf um die Nachfolge wird wohl auch eine Auseinandersetzung über die Ausrichtung der Partei werden.

3
Per Mail sharen
Teilen

Am Nachmittag danach versuchte Armin Laschet ein bisschen das Tempo rauszunehmen. "Es geht jetzt nicht darum - wer ruft als erster 'hier'", sagte der Ministerpräsident und CDU-Chef von NRW.

Da hatte sich die Zahl der Bewerber um Merkels Nachfolge schon von drei auf sechs verdoppelt. Und er selbst? Womöglich Kandidat Nummer sieben? Nicht auszuschließen. "Wenn wirklich kurz nach neun Uhr das Präsidium tagt und Angela Merkel sagt, dass sie nach 18 Jahren nicht mehr antritt, ist es für mich wichtiger, mal einen Moment nachzudenken."

Keiner wusste von Merkels Rückzugsplänen

Laschet und die CDU-Spitze wurden von Merkels Ankündigung tatsächlich kalt erwischt. Nicht mal Annegret Kramp-Karrenbauer, ihre eng verbundene Generalsekrärin habe Bescheid gewusst, sagte Merkel.

"Es gibt Entscheidungen, von denen glaube ich, hilft man niemandem, wenn man es zu vielen Menschen vorher sagt." Angela Merkel, Bundeskanzlerin

Noch bis vor kurzem galt es als sicher, dass Merkel im Dezember noch einmal antreten wollte. Sie selber allerdings hatte längst entschieden, sich aus dem Parteivorsitz zurückzuziehen: "Seit wann ich mir das überlegt habe? Seitdem wir zur Klausurtagung eingeladen haben, das war vor der Sommerpause - nur das ich es jetzt eine Woche vorgezogen habe." Bevor sich also nach der Schlappe bei der Hessen-Wahl die Personaldebatte aufschaukeln konnte, ging Merkel in die Offensive: Rückzug aus dem Parteivorsitz im Dezember, Rückzug aus der Politik dann im Jahr 2021. Aber bis dahin im Amt bleiben. Ein krasser Verstoß gegen ihren Grundsatz, Kanzlerschaft und Parteivorsitz müssten in einer Hand bleiben.

"Das ist ein Wagnis, keine Frage. Aber unter Abwägung aller Vor- und Nachteile bin ich dennoch zu dem Ergebnis gekommen, dass es vertretbar ist." Angela Merkel, Bundeskanzlerin

Kramp-Karrenbauer: ähnlicher Stil, aber konservativer

Schließlich sei es ja eine Übergangslösung. Die allerdings könnte anstrengend werden für die Noch-Kanzlerin, je nachdem, wer ihr im Amt der Parteichefin nachfolgt. Mit Annegret Kramp-Karrenbauer würde es wohl am einfachsten. Die frühere Ministerpräsidentin des Saarlandes ist ähnlich sachlich unterwegs wie Merkel, aber nicht immer einer Meinung mit ihr: "Ich selbst vertrete zum Beispiel in gesellschaftspolitischer Hinsicht eher konservative Positionen, bin aber auch Mitglied des sozialen Flügels", so AKK bei früherer Gelegenheit.

Spahn steht für eine Kursänderung

Auch Armin Laschet, sollte er denn antreten, gehörte eher zu Merkels Erben. Mit Jens Spahn, dem Gesundheitsminister, käme hingegen nicht nur ein Generationswechsel - er ist immer noch keine 40 - sondern auch eine neue Ausrichtung der CDU zurück zu einer konservativen Partei. Seine Mission hat Spahn schon am Wahlabend formuliert. "Die Kernfrage ist auch für die nächsten Wochen bis zum Bundesparteitag: Wie kommen wir wieder zu alter Stärke zurück? Als Volkspartei, mit 38, 40 Prozent - das muss unser Ziel sein."

Friedrich Merz, ein weiterer möglicher Herausforderer, steht ebenfalls für eine wertkonservative wirtschaftsliberale Politik, ist allerdings schon länger raus aus der aktiven Politik. Den drei anderen Bewerbern werden keine Chancen eingeräumt. Gut möglich, dass sich bis Anfang Dezember noch mehr melden werden. Eine, der auch immer Interesse nachgesagt wurde, ist aber raus: Verteidigungsministerin von der Leyen: "Ich werfe meinen Hut ganz sicher nicht in den Ring."

Sendung

B5 aktuell

Autor
  • Katrin Brand
Schlagwörter